Schweinehaltung in Deutschland – Zahlen, Entwicklung und Struktur

Die Schweinehaltung ist einer der zentralen Bereiche der Tierproduktion in Deutschland und hat sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Bedeutung. In den letzten Jahren zeigen die Zahlen klare Trends: weniger Betriebe, veränderte Bestandsgrößen und regionale Unterschiede.


1. Schweinebestand in Deutschland

Nach den jüngsten vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung durch das Statistische Bundesamt (Destatis) wurden in Deutschland am 3. Mai 2025 etwa 20,9 Millionen Schweine gehalten. Damit blieb der Schweinebestand im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil, sank aber leicht um rund 1,2 % im Jahresvergleich.

Am 3. November 2025 lag der Bestand sogar bei rund 21,5 Millionen Schweinen, was einem leichten Anstieg gegenüber Mai 2025 (+2,8 %) und zum Vorjahr (+0,9 %) entspricht – ein Hinweis auf saisonale und strukturelle Schwankungen. (Destatis)


2. Entwicklung über die Jahre

Über einen längeren Zeitraum zeigt sich im Schweinebestand ein klarer Rückgang:

  • Innerhalb der letzten 10 Jahre sank der Schweinebestand um mehr als 25 %, also um über 7 Millionen Tiere.
  • Parallel dazu schrumpfte die Zahl der schweinehaltenden Betriebe stark – um etwa 40 % innerhalb eines Jahrzehnts. (Destatis)

3. Weniger Betriebe – größere Herden

Ein markanter Trend in der deutschen Schweinehaltung ist die Strukturveränderung:

Die Zahl der Betriebe, die Schweine halten, sinkt kontinuierlich. Am 3. Mai 2025 gab es etwa 15 250 Betriebe, ein Rückgang von 3,3 % im Jahresvergleich und 41 % in einem Jahrzehnt. (Destatis)

Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Herdengröße:
Während ein Betrieb im Jahr 2015 im Schnitt etwa 1 100 Schweine hielt, waren es im Jahr 2025 gut 1 400 Schweine pro Betrieb – ein Hinweis auf zunehmende Professionalisierung und Konzentration. (Destatis)


4. Bestandsstruktur nach Tierkategorien

Die Schweinehaltung gliedert sich in verschiedene Gruppen:

  • Mastschweine: ca. 9,4 Millionen Tiere (etwa 44,9 % des Bestands im Mai 2025) – leicht rückläufig im Jahresvergleich.
  • Ferkel und Jungschweine: rund 10,1 Millionen Tiere – ebenfalls etwas rückläufig. (Destatis)
  • Zuchtsauen: etwa 1,4 Millionen Tiere, stabil bis leicht rückläufig. (Destatis)

Diese Unterteilung zeigt, wie sich der Gesamtbestand aus unterschiedlichen Haltungsformen zusammensetzt.


5. Regionale Unterschiede

Bestandszahlen und Trends sind regional unterschiedlich. Ein Beispiel aus dem Bundesland Brandenburg zeigt, dass der Schweinebestand dort im November 2025 auf rund 585 000 Tiere stieg – der höchste Wert seit drei Jahren. (DIE WELT)

Anderswo, etwa in Niedersachsen (dem führenden Schweinehaltungsland Deutschlands), sank der Bestand im Vergleich zum Vorjahr deutlich. (DIE WELT)


6. Ursachen und Einflussfaktoren

Die Entwicklung in der Schweinehaltung hat mehrere Ursachen:

  • Struktureller Wandel: Kleinere Betriebe geben auf, größere Betriebe expandieren – das führt zu sinkender Betriebszahl und steigender Herdengröße. (Destatis)
  • Preisdruck, steigende Kosten & Marktveränderungen können die Wirtschaftlichkeit kleinerer Schweinehalter beeinträchtigen.
  • Tierwohl, Umweltauflagen und gesellschaftlicher Druck tragen dazu bei, dass sich die Branche weiter verändert.

Fazit

Die Schweinehaltung in Deutschland ist von deutlichen strukturellen Veränderungen geprägt:

  • Der Gesamtbestand bleibt trotz Schwankungen mit rund 21 Millionen Schweinen hoch. (Destatis)
  • Die Zahl der Betriebe sinkt weiter deutlich – ein Strukturwandel hin zu größeren Einheiten ist klar erkennbar. (Destatis)
  • Regionale Unterschiede und wirtschaftliche Rahmenbedingungen prägen die Entwicklung der Schweinehaltung.

Diese Trends spiegeln eine fortlaufende Konzentration und Professionalisierung der Tierhaltung wider – mit Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.

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