
Eine bedarfsgerechte Düngung ist ein zentraler Bestandteil moderner Landwirtschaft. Ziel ist es, Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, ohne unnötige Mengen auszubringen. Besonders wichtig sind dabei die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K).
Für die Düngeplanung 2026 reicht es allerdings nicht aus, pauschal einen bestimmten NPK-Wert pro Hektar anzusetzen. Der tatsächliche Düngebedarf hängt unter anderem von Kultur, Ertragserwartung, Bodenversorgung, Vorfrucht, organischer Düngung und – bei Stickstoff – vom verfügbaren Nmin-Vorrat ab. Die Landwirtschaftskammer NRW veröffentlicht beispielsweise für 2026 eigene Nmin-Richtwerte für Sommerungen und Winterungen.
Düngebedarf Landwirtschaft Tabelle 2026
Die folgende Tabelle dient zunächst als Orientierung für typische Nährstoffbedarfe. Sie ersetzt keine betriebs- und schlagspezifische Düngebedarfsermittlung.
| Kultur | Stickstoff N ca. kg/ha | Phosphor P₂O₅ ca. kg/ha | Kalium K₂O ca. kg/ha |
|---|---|---|---|
| Winterweizen | 160–220 | 50–80 | 50–100 |
| Wintergerste | 130–190 | 40–70 | 50–100 |
| Winterroggen | 120–180 | 40–70 | 50–100 |
| Wintertriticale | 140–190 | 45–75 | 60–110 |
| Hafer | 80–130 | 30–60 | 50–90 |
| Körnermais | 140–200 | 50–90 | 100–180 |
| Silomais | 140–200 | 50–90 | 120–220 |
| Grünland, extensiv | 60–100 | 30–50 | 50–100 |
| Grünland, intensiv | 150–250 | 50–80 | 150–250 |
Wichtig: Diese Zahlen sind keine rechtlich zulässigen Düngemengen. Insbesondere bei N und P muss die konkrete Düngebedarfsermittlung nach den geltenden Vorgaben durchgeführt werden.
Was bedeuten N, P und K?
Die drei Buchstaben NPK stehen für die wichtigsten Hauptnährstoffe in der Pflanzenernährung.
N = Stickstoff
Stickstoff ist unter anderem für:
- Blatt- und Triebwachstum
- Eiweißbildung
- Chlorophyllbildung
- Ertragsbildung
wichtig.
Eine ausreichende Stickstoffversorgung ist besonders bei Getreide und Mais entscheidend für die Ertragsbildung. Gleichzeitig ist Stickstoff besonders verlustgefährdet. Eine Überversorgung kann beispielsweise zu höheren Nitratverlusten und unnötigen Kosten führen.
P = Phosphor
Phosphor spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei:
- Energieversorgung der Pflanze
- Wurzelentwicklung
- Blüten- und Fruchtbildung
- Stoffwechselprozessen
Bei Phosphor ist die Bodenversorgung besonders wichtig. Deshalb wird nicht einfach jedes Jahr die gleiche Menge ausgebracht.
K = Kalium
Kalium beeinflusst unter anderem:
- Wasserhaushalt
- Standfestigkeit
- Stressresistenz
- Frosthärte
- Qualität und Ertragsbildung
Gerade Grünland und Mais können relevante Kalium-Mengen benötigen.
Düngebedarf Getreide Tabelle 2026
Bei Getreide unterscheidet sich der Nährstoffbedarf je nach Kulturart und Ertragserwartung.
| Getreideart | Orientierungswert N | P₂O₅ | K₂O |
|---|---|---|---|
| Winterweizen | 160–220 kg/ha | 50–80 kg/ha | 50–100 kg/ha |
| Wintergerste | 130–190 kg/ha | 40–70 kg/ha | 50–100 kg/ha |
| Winterroggen | 120–180 kg/ha | 40–70 kg/ha | 50–100 kg/ha |
| Wintertriticale | 140–190 kg/ha | 45–75 kg/ha | 60–110 kg/ha |
| Hafer | 80–130 kg/ha | 30–60 kg/ha | 50–90 kg/ha |
Dabei ist insbesondere Stickstoff nicht einfach nach einer festen Tabelle auszubringen.
Die Landwirtschaftskammer NRW weist darauf hin, dass der Nmin-Wert des Bodens als Korrekturfaktor bei der Ermittlung des Stickstoff-Düngebedarfs berücksichtigt wird. Eine eigene Nmin-Probe kann dabei genauer sein als pauschale Richtwerte. (Landwirtschaftskammer)
Beispiel Winterweizen
Angenommen, für einen Schlag ergibt sich ein rechnerischer Stickstoffbedarf von 200 kg N/ha.
Wenn beispielsweise 40 kg N/ha als anrechenbarer mineralischer Stickstoffvorrat im Boden vorhanden sind, kann dieser Vorrat nicht einfach ignoriert werden.
Vereinfacht:
200 kg N/ha Bedarf – 40 kg N/ha Nmin = 160 kg N/ha
Dabei handelt es sich nur um eine vereinfachte Darstellung. In der tatsächlichen Düngebedarfsermittlung werden weitere Faktoren wie Ertragserwartung, Vorfrucht und gegebenenfalls Nachlieferungen berücksichtigt.
Düngebedarf Mais Tabelle 2026
Mais hat einen vergleichsweise hohen Bedarf an Kalium. Gleichzeitig muss die Stickstoffversorgung sorgfältig geplant werden.
| Maiskultur | N ca. kg/ha | P₂O₅ ca. kg/ha | K₂O ca. kg/ha |
|---|---|---|---|
| Silomais, mittlerer Ertrag | 140–180 | 50–80 | 120–180 |
| Silomais, hoher Ertrag | 170–220 | 60–90 | 160–220 |
| Körnermais | 150–200 | 50–90 | 100–180 |
Auch bei Mais darf der tatsächliche N-Bedarf nicht allein anhand dieser Werte bestimmt werden.
Für 2026 liegen beispielsweise aktuelle Nmin-Richtwerte für Mais vor. Die Landwirtschaftskammer NRW veröffentlicht diese für verschiedene Bodenarten und Vorfrüchte. Bei einem mittleren Boden werden beispielsweise für Mais nach Halm- oder Blattfrucht 48 kg Nmin/ha ausgewiesen; nach bestimmten Zwischenfrüchten können die Werte deutlich anders ausfallen. (Landwirtschaftskammer)
Das zeigt, wie stark bereits die Ausgangssituation des Bodens den Düngebedarf beeinflussen kann.
Düngebedarf Grünland Tabelle 2026
Beim Grünland hängt der Nährstoffbedarf besonders von der Nutzungsintensität und der Anzahl der Schnitte ab.
| Grünlandnutzung | N ca. kg/ha | P₂O₅ ca. kg/ha | K₂O ca. kg/ha |
|---|---|---|---|
| extensives Grünland | 60–100 | 30–50 | 50–100 |
| mittlere Nutzung | 100–170 | 40–60 | 80–160 |
| intensives Grünland | 170–250 | 50–80 | 150–250 |
| sehr intensive Schnittnutzung | bis etwa 250+ | 60–90 | 180–300 |
Je häufiger eine Wiese oder Weide genutzt wird und je höher die Erntemenge ist, desto größer ist grundsätzlich auch der Nährstoffentzug.
Allerdings bedeutet ein hoher Nährstoffentzug nicht automatisch, dass die gleiche Menge gedüngt werden sollte. Entscheidend ist die tatsächliche Bodenversorgung und die gesetzlich vorgeschriebene Düngebedarfsermittlung.
Die Landwirtschaftskammer NRW stellt für Grünland eigene Tabellen zur Ermittlung des N-Düngebedarfs sowie Formulare für N und P₂O₅ bereit. (Landwirtschaftskammer)
NPK-Bedarf ist nicht gleich Düngermenge
Ein häufiger Fehler bei der Düngeplanung besteht darin, den Nährstoffbedarf direkt mit der Menge eines Düngemittels gleichzusetzen.
Ein Beispiel:
Ein Dünger enthält:
20 % N + 5 % P₂O₅ + 10 % K₂O
Bei einer Ausbringung von 500 kg/ha würden theoretisch enthalten sein:
- 100 kg N/ha
- 25 kg P₂O₅/ha
- 50 kg K₂O/ha
Die Rechnung lautet:
500 kg × 0,20 = 100 kg N
500 kg × 0,05 = 25 kg P₂O₅
500 kg × 0,10 = 50 kg K₂O
Damit lässt sich ein Dünger hinsichtlich seiner Nährstoffmengen bewerten.
Organische Düngung bei der NPK-Berechnung berücksichtigen
Wirtschaftsdünger wie Gülle, Mist oder Gärreste können erhebliche Mengen an Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten.
Deshalb müssen sie bei einer Gesamtplanung berücksichtigt werden.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Ein Betrieb benötigt für eine Kultur rechnerisch 160 kg N/ha.
Durch organischen Dünger werden bereits anrechenbare Nährstoffmengen zugeführt. Die verbleibende mineralische Düngung muss entsprechend angepasst werden.
Die tatsächliche Anrechnung hängt unter anderem vom verwendeten Wirtschaftsdünger, Nährstoffgehalt, Ausbringungsverfahren und den gesetzlichen Vorgaben ab.
Die Landwirtschaftskammer NRW stellt beispielsweise Tabellen bereit, in denen verschiedene Düngemittel und deren Nährstoffgehalte für die Düngebedarfsermittlung aufgeführt werden. (Landwirtschaftskammer)
Nmin: Warum der Bodenstickstoff so wichtig ist
Der Begriff Nmin bezeichnet den mineralischen Stickstoff im Boden, insbesondere Nitrat und Ammonium.
Dieser Stickstoff steht der Pflanze grundsätzlich zur Verfügung und muss deshalb bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden.
Die Landwirtschaftskammer NRW veröffentlicht dafür regelmäßig Richtwerte. Für 2026 stehen sowohl Werte für Winterungen als auch für Sommerungen zur Verfügung. (Landwirtschaftskammer)
Die aktuelle Veröffentlichung für späte Sommerungen wie Mais wurde 2026 ergänzt. Die Landwirtschaftskammer weist ausdrücklich darauf hin, dass eine eigene Bodenuntersuchung für die jeweilige Fläche möglichst genau ist. (Landwirtschaftskammer)
Beispiel für Nmin bei Mais
Bei einem mittleren Boden nennt die aktuelle NRW-Tabelle folgende Werte für Mais:
| Vorfrucht | Nmin 0–30 cm | 30–60 cm | 60–90 cm | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Halm-/Blattfrucht | 21 | 15 | 12 | 48 kg N/ha |
| Zwischenfrucht, abgefroren | 43 | 16 | 10 | 69 kg N/ha |
| Zwischenfrucht, winterhart | 20 | 14 | 10 | 44 kg N/ha |
Diese Werte stammen aus den aktuellen NRW-Richtwerten für 2026 und zeigen zugleich, wie stark die Vorfrucht beziehungsweise Zwischenfrucht den Ausgangswert verändern kann. (Landwirtschaftskammer)
Düngebedarf nach Vorfrucht
Die Vorfrucht kann die Nährstoffversorgung der Folgekultur beeinflussen.
Besonders relevant sind:
- Leguminosen
- Kleegras
- Luzerne
- Zwischenfrüchte
- Grünland
- Raps
- Kartoffeln
- Getreide
- Mais
Bei der Düngebedarfsermittlung werden entsprechende Nachlieferungen beziehungsweise Abschläge berücksichtigt.
In den Unterlagen der Landwirtschaftskammer NRW sind beispielsweise Mindestabschläge für verschiedene Vorfrüchte aufgeführt. Für Raps und Körnerleguminosen werden dort beispielsweise 10 kg N/ha genannt, während für Grünland, Luzerne, Klee und Kleegras 20 kg N/ha als Mindestabschlag aufgeführt werden. (Landwirtschaftskammer)
Was bedeutet Düngebedarfsermittlung?
Die Düngebedarfsermittlung, kurz DBE, soll sicherstellen, dass die Düngung am tatsächlichen Bedarf der Kultur und des Standortes ausgerichtet wird.
Vereinfacht betrachtet werden dabei verschiedene Informationen miteinander kombiniert:
Nährstoffbedarf der Kultur
minus
Nährstoffversorgung des Bodens
minus
anrechenbare Nährstoffnachlieferungen
ergibt
zulässigen beziehungsweise ermittelten Düngebedarf
Die tatsächliche rechtliche Berechnung ist wesentlich komplexer und richtet sich insbesondere nach der Düngeverordnung.
Die Landwirtschaftskammer NRW stellt hierfür eigene Formulare und Tabellen für Ackerbau und Grünland bereit. (Landwirtschaftskammer)
Düngebedarf Landwirtschaft: N, P und K im Vergleich
Die drei Hauptnährstoffe sollten nicht isoliert betrachtet werden.
| Nährstoff | Hauptfunktion | Besonders wichtig für |
|---|---|---|
| Stickstoff | Wachstum, Eiweißbildung, Blattmasse | Getreide, Mais, Grünland |
| Phosphor | Energiehaushalt, Wurzelentwicklung | Jungpflanzen, Ertragsbildung |
| Kalium | Wasserhaushalt, Stabilität, Stressresistenz | Mais, Grünland, viele Ackerkulturen |
Ein ausgewogener Nährstoffhaushalt ist entscheidend. Eine einseitige Überversorgung mit einem Nährstoff kann die Aufnahme anderer Nährstoffe beeinträchtigen.
Düngung 2026: Warum Bodenuntersuchungen wichtig sind
Eine Bodenuntersuchung ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine effiziente Düngestrategie.
Untersucht werden können unter anderem:
- pH-Wert
- Phosphor
- Kalium
- Magnesium
- teilweise weitere Parameter
- bei Stickstoff insbesondere Nmin
Gerade bei Phosphor und Kalium ist die Bodenversorgung entscheidend. Wer bereits hohe Gehalte im Boden hat, benötigt möglicherweise deutlich weniger oder vorübergehend gar keinen entsprechenden Dünger.
Bei Stickstoff ist die Situation dynamischer. Hier spielen Nmin-Gehalt, Witterung, Mineralisation und Pflanzenentwicklung eine besonders große Rolle.
Was gilt für rote Gebiete?
In nitratbelasteten Gebieten gelten zusätzliche Anforderungen. Für bestimmte Flächen können unter anderem strengere Vorgaben für die Stickstoffdüngung gelten.
Deshalb darf eine allgemeine NPK-Tabelle nicht als Grundlage genommen werden, um die tatsächlich erlaubte Düngemenge auf einem konkreten Schlag festzulegen.
Für die Praxis sollte immer geprüft werden:
- Liegt der Schlag in einem belasteten Gebiet?
- Welche Kultur wird angebaut?
- Welche Ertragserwartung besteht?
- Wie hoch ist der Nmin-Wert?
- Wie ist die Bodenversorgung mit P und K?
- Welche Vorfrucht stand auf dem Feld?
- Wurde organischer Dünger eingesetzt?
- Welche regionalen Vorgaben gelten?
NPK-Werte richtig lesen
Auf einem Mineraldünger findet man häufig eine Bezeichnung wie:
15-5-20
Das bedeutet üblicherweise:
- 15 % Stickstoff (N)
- 5 % Phosphat, angegeben als P₂O₅
- 20 % Kalium, angegeben als K₂O
Bei 100 kg dieses Düngers wären das:
- 15 kg N
- 5 kg P₂O₅
- 20 kg K₂O
Bei 500 kg/ha wären es entsprechend:
- 75 kg N/ha
- 25 kg P₂O₅/ha
- 100 kg K₂O/ha
Die Bezeichnung bezieht sich also auf die Nährstoffkonzentration und nicht auf die gesamte Düngermenge.
Fazit: Düngebedarf Landwirtschaft Tabelle 2026
Der Düngebedarf von Getreide, Mais und Grünland lässt sich nicht mit einer einzigen pauschalen NPK-Tabelle bestimmen. Tabellenwerte können jedoch eine hilfreiche erste Orientierung geben.
Als grobe Größenordnung liegen beispielsweise:
- Winterweizen bei etwa 160–220 kg N/ha
- Wintergerste bei etwa 130–190 kg N/ha
- Silomais bei etwa 140–200 kg N/ha
- intensives Grünland bei etwa 150–250 kg N/ha
Die tatsächliche Düngung muss jedoch an Standort, Ertragserwartung, Bodenuntersuchung, Nmin-Wert, Vorfrucht und organische Düngung angepasst werden.
Für 2026 sind insbesondere die aktuellen regionalen Nmin-Richtwerte relevant. Die Landwirtschaftskammer NRW hat beispielsweise die Richtwerte für Sommerungen und Winterungen 2026 veröffentlicht und weist darauf hin, dass eine eigene Nmin-Probe für die jeweilige Fläche eine höhere Genauigkeit bieten kann. (Landwirtschaftskammer)
Die wichtigste Faustregel lautet deshalb: Nicht nach einer pauschalen NPK-Tabelle düngen, sondern den Nährstoffbedarf des konkreten Schlages ermitteln und die Düngung daran ausrichten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Landwirtschaftskammer NRW – Düngebedarfsermittlung und Düngedokumentation
- Landwirtschaftskammer NRW – Nmin-Richtwerte für die Düngebedarfsermittlung
- Landwirtschaftskammer NRW – Nmin-Richtwerte 2026 für Sommerungen und Mais
- Landwirtschaftskammer NRW – Handbuch Düngebedarfsermittlung
- Landwirtschaftskammer NRW – Informationen zu Nmin