Hühnerrassen Übersicht Tabelle: Legeleistung, Eiergewicht & Charaktereigenschaften 2026

Hühnerrassen Übersicht Tabelle Legeleistung, Eiergewicht & Charaktereigenschaften 2026

Welche Hühnerrasse legt besonders viele Eier? Welche Hühner sind ruhig und zutraulich? Und bei welcher Rasse bekommt man besonders große Eier? Die Auswahl an Hühnerrassen ist groß und die Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen sind teilweise erheblich.

Für Hobbyhalter spielen neben der Legeleistung zunehmend auch Charakter, Platzbedarf, Winterhärte, Bruttrieb und Eierfarbe eine Rolle. Dieser Überblick zeigt wichtige Hühnerrassen und vergleicht ihre typischen Eigenschaften für die Haltung im Jahr 2026.

Wichtig: Angaben zur Legeleistung sind grundsätzlich als Richtwerte zu verstehen. Alter, Fütterung, Haltung, Jahreszeit, Gesundheitszustand und die jeweilige Zuchtlinie können die tatsächliche Eierproduktion deutlich beeinflussen. Auch der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) weist darauf hin, dass historische Leistungsangaben nicht automatisch dem heutigen Leistungsstand jeder einzelnen Zucht entsprechen. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Hühnerrassen Tabelle 2026

Die folgende Übersicht konzentriert sich auf beliebte Rassen für Hobbyhaltung, Selbstversorgung und Zucht:

Hühnerrasse Legeleistung ca. pro Jahr Eiergewicht ca. Eierfarbe Charakter
Araucana 160–180 50–60 g blau bis grünlich aktiv, aufmerksam, robust
Australorp 200–250 55–65 g hellbraun ruhig, freundlich, ausgeglichen
Barnevelder 180–200 60–65 g dunkelbraun ruhig, robust, freundlich
Brahma 120–160 55–65 g creme bis hellbraun sehr ruhig, zutraulich
Dresdner ca. 140–180 ca. 55 g hellbraun ruhig, leistungsfähig
Hamburger 180–220 50–55 g weiß lebhaft, aktiv
Italiener 180–220 55–60 g weiß bis creme lebhaft, aufmerksam
Marans 150–200 65–75 g dunkelbraun ruhig bis lebhaft
New Hampshire 180–220 55–65 g braun ruhig, zutraulich
Orpington 150–180 55–65 g hellbraun sehr ruhig, freundlich
Rhodeländer 180–220 55–65 g braun robust, selbstbewusst
Sperber 180–220 55–65 g hellbraun aktiv, robust
Sussex 180–220 55–65 g hellbraun bis creme ruhig, zutraulich
Wyandotte 160–200 55–65 g hellbraun ruhig, ausgeglichen
Zwerg-Wyandotte 160–200 35–45 g hellbraun ruhig, freundlich

Die Werte sind als typische Orientierungsbereiche und nicht als garantierte Produktionswerte zu verstehen. Offizielle BDRG-Unterlagen führen für viele Rassen konkrete Richtwerte für Legeleistung und Brutei-Mindestgewicht auf. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Welche Hühnerrassen legen die meisten Eier?

Wer möglichst viele Eier für den Eigenbedarf produzieren möchte, sollte auf leistungsstarke Rassen beziehungsweise entsprechende Zuchtlinien achten.

Zu den interessanten Rassen gehören beispielsweise:

  1. Australorp
  2. Italiener
  3. New Hampshire
  4. Rhodeländer
  5. Sussex
  6. Sperber
  7. Barnevelder

Allerdings ist eine hohe theoretische Legeleistung nicht automatisch gleichbedeutend mit einer bestimmten Anzahl Eier im heimischen Hühnerstall.

Der BDRG führt beispielsweise aktuelle Leistungsprüfungen durch, bei denen neben der reinen Eierzahl auch Futteraufwand, Eigewicht und Tiergewicht dokumentiert werden. Dadurch wird deutlich, dass die Beurteilung einer Hühnerrasse nicht allein anhand der Jahreslegeleistung erfolgen sollte. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Australorp: leistungsstark und ruhig

Australorps gehören zu den beliebten Rassen, wenn sowohl eine gute Legeleistung als auch ein vergleichsweise ausgeglichener Charakter gewünscht sind.

Typische Eigenschaften:

  • etwa 200 bis 250 Eier jährlich
  • Eiergewicht ungefähr 55 bis 65 g
  • meist hellbraune Eier
  • ruhiges Temperament
  • gut für Hobbyhaltung geeignet
  • relativ kräftiger Körperbau

Die Rasse eignet sich deshalb für Halter, die eine Kombination aus Eiern, ansprechendem Erscheinungsbild und einem eher ausgeglichenen Wesen suchen.

Sussex: beliebtes Huhn für Anfänger

Sussex-Hühner gehören zu den bekannten europäischen Hühnerrassen und werden häufig als gute Allrounder beschrieben.

Typische Merkmale sind:

  • gute Legeleistung
  • relativ große Eier
  • ruhiges Wesen
  • häufig zutraulich
  • robust
  • für verschiedene Haltungsformen geeignet

Für Anfänger kann die Rasse interessant sein, weil sie nicht ausschließlich auf eine möglichst hohe Eierproduktion gezüchtet wurde.

Brahma: groß, ruhig und imposant

Brahmas fallen vor allem durch ihre Größe und Befiederung auf.

Sie gehören zu den größeren Hühnerrassen und wirken trotz ihrer imposanten Erscheinung häufig ausgesprochen ruhig.

Merkmal Brahma
Legeleistung ca. 120–160 Eier
Eiergewicht ca. 55–65 g
Eierfarbe creme bis hellbraun
Charakter ruhig und ausgeglichen
Platzbedarf eher hoch
Besonderheit sehr großer Körper, befiederte Läufe

Wer Brahmas halten möchte, sollte den erhöhten Platzbedarf berücksichtigen. Auch Sitzstangen, Türen und Stallbereiche müssen für die großen Tiere geeignet sein.

Orpington: besonders ruhig und zutraulich

Orpingtons gelten als eher gemütliche Hühner. Sie werden häufig von Haltern geschätzt, die Wert auf einen ruhigen Charakter legen.

Die Legeleistung liegt typischerweise unter der von spezialisierten Legehybriden. Dafür überzeugen Orpingtons mit:

  • ruhigem Temperament
  • kräftigem Körperbau
  • guter Zutraulichkeit
  • attraktiver Optik
  • guter Eignung für Hobbyhalter

Wer vor allem möglichst viele Eier produzieren möchte, findet leistungsstärkere Rassen. Für einen gemischten Hobbybestand kann Orpington dagegen sehr interessant sein.

Marans: Hühner mit dunkelbraunen Eiern

Marans sind insbesondere wegen ihrer auffälligen Eierfarbe bekannt.

Die Eier können je nach Zuchtlinie und Legephase sehr dunkelbraun ausfallen. Häufig wird die Rasse deshalb von Haltern gewählt, die einen abwechslungsreichen Eierkorb möchten.

Typische Richtwerte:

  • etwa 150–200 Eier jährlich
  • Eiergewicht häufig 65–75 g
  • dunkelbraune Eierschale
  • kräftiger Körperbau
  • meist ausgeglichener Charakter

Die Intensität der Eierschalenfarbe kann im Verlauf der Legeperiode schwanken.

Araucana: blaue und grünliche Eier

Araucanas gehören zu den bekanntesten Rassen mit farbigen Eiern.

Je nach Zuchtlinie können die Eier blau bis grünlich erscheinen. Genau genommen ist die typische blaue Eierschalenfarbe genetisch bedingt und nicht einfach das Ergebnis einer besonderen Fütterung.

Araucanas sind häufig:

  • aktiv
  • aufmerksam
  • relativ robust
  • interessant für kleinere Hobbybestände
  • wegen ihrer Eierfarbe beliebt

Wer möglichst große Eier sucht, sollte allerdings beachten, dass Araucana-Eier typischerweise nicht zu den schwersten Hühnereiern gehören.

Wyandotte: ruhiges und vielseitiges Huhn

Wyandotten sind klassische Rassehühner mit einer großen Auswahl an Farbschlägen.

Typisch sind:

  • etwa 160–200 Eier pro Jahr
  • Eiergewicht ungefähr 55–65 g
  • hellbraune Eier
  • ruhiges Temperament
  • relativ kompakter Körperbau
  • gute Eignung für Hobbyhalter

Auch Zwerg-Wyandotten sind beliebt, wenn weniger Platz zur Verfügung steht.

New Hampshire: gute Kombination aus Leistung und Charakter

New Hampshire wurde ursprünglich unter anderem auf gute Nutzleistung selektiert. Die Hennen können eine ordentliche Legeleistung erreichen und sind gleichzeitig für viele Hobbyhalter interessant.

Eigenschaft New Hampshire
Legeleistung ca. 180–220 Eier/Jahr
Eiergewicht ca. 55–65 g
Eierfarbe braun
Charakter ruhig bis ausgeglichen
Körperbau kräftig
Eignung Hobbyhaltung und Selbstversorgung

Dresdner: deutsche Rasse mit guter Legeleistung

Dresdner gehören zu den deutschen Hühnerrassen, bei denen die Leistungsfähigkeit traditionell eine wichtige Rolle spielte.

Der BDRG nennt für Dresdner im Rassestandard einen Zielwert von 180 Eiern mit etwa 55 g. Für das Jahr 2022 wurden aus drei Zuchten durchschnittlich 141 Eier pro Henne und Jahr dokumentiert. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Das Beispiel zeigt, warum Angaben in Rassestandards nicht mit einer garantierten tatsächlichen Leistung jedes einzelnen Huhns gleichgesetzt werden sollten.

Legeleistung von Rassehühnern und Hybridhühnern

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen klassischen Rassehühnern und modernen Legehybriden.

Legehybriden wurden gezielt auf eine hohe Eierproduktion selektiert. Bei Rassehühnern spielen dagegen zusätzlich Merkmale wie Körperform, Farbe, Gefieder, Rassestandard, Vitalität und Erhalt der jeweiligen Rasse eine wichtige Rolle.

Der BDRG beschreibt, dass Rassegeflügel in Deutschland ab den 1950er- und 1960er-Jahren zunehmend von leistungsstärkeren Legehybriden verdrängt wurde. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Wer also einen kleinen Hobbybestand plant, sollte nicht ausschließlich nach der theoretisch höchsten Eierzahl auswählen.

Welche Hühnerrasse hat die größten Eier?

Besonders große Eier findet man unter anderem bei kräftigeren Rassen.

Als grobe Orientierung:

Rasse typisches Eiergewicht
Marans ca. 65–75 g
Australorp ca. 55–65 g
Brahma ca. 55–65 g
New Hampshire ca. 55–65 g
Sussex ca. 55–65 g
Wyandotte ca. 55–65 g
Araucana ca. 50–60 g
Zwerg-Wyandotte ca. 35–45 g

Das tatsächliche Gewicht schwankt auch innerhalb einer Rasse.

Außerdem ist zwischen durchschnittlichem Eigewicht und dem vom BDRG festgelegten Mindestgewicht für Bruteier zu unterscheiden. Der BDRG veröffentlicht entsprechende Werte in seiner Bewertungsordnung. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Welche Hühnerrasse eignet sich für Anfänger?

Für Anfänger sind häufig Rassen interessant, die als robust, relativ ruhig und unkompliziert gelten.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Sussex
  • Orpington
  • Wyandotte
  • New Hampshire
  • Australorp
  • Brahma

Allerdings hängt die tatsächliche Eignung nicht nur von der Rasse ab. Stallgröße, Auslauf, Gruppengröße, Fütterung und Umgang mit den Tieren sind mindestens genauso wichtig.

Ein ruhiges Huhn kann bei schlechter Haltung trotzdem gestresst sein, während eine lebhaftere Rasse in einem großzügigen Auslauf sehr gut zurechtkommen kann.

Welche Hühnerrasse ist besonders zutraulich?

Der Charakter ist keine hundertprozentig festgelegte Rasseneigenschaft. Auch individuelle Unterschiede sind groß.

Als häufig eher ruhig und menschenbezogen geltende Rassen werden unter anderem genannt:

Orpington, Brahma, Sussex und Wyandotte.

Bei der Auswahl sollte deshalb nicht nur auf den Rassenamen geachtet werden. Wer Küken oder Junghennen direkt vom Züchter kauft, kann sich zusätzlich nach dem Verhalten der Elterntiere erkundigen.

Hühnerrasse nach Wunsch auswählen

Die beste Rasse hängt davon ab, welches Ziel im Vordergrund steht.

Wunsch Interessante Rassen
Viele Eier Australorp, Italiener, New Hampshire
Große Eier Marans, Sussex, Australorp
Dunkelbraune Eier Marans
Blaue Eier Araucana
Ruhiges Wesen Orpington, Brahma, Sussex
Anfängerhaltung Sussex, Wyandotte, New Hampshire
Große Tiere Brahma, Orpington
Kleinere Hühner Zwerg-Wyandotte und andere Zwergrassen
Deutsche Rasse Dresdner, Deutsche Sperber, verschiedene weitere Rassen
Optische Vielfalt Wyandotten, Dresdner, Hamburger und zahlreiche weitere Rassen

Diese Zuordnung ist als Orientierung gedacht. Innerhalb einer Rasse können sich Leistung und Verhalten von Tier zu Tier deutlich unterscheiden.

Legeleistung richtig beurteilen

Die Zahl der Eier pro Jahr klingt zunächst nach einem einfachen Vergleichskriterium. In der Praxis ist die Bewertung jedoch komplexer.

Eine Henne mit 180 Eiern zu 60 g produziert beispielsweise ungefähr:

180 × 60 g = 10,8 kg Eier pro Jahr

Eine Henne mit 200 Eiern zu 55 g kommt dagegen auf:

200 × 55 g = 11,0 kg Eier pro Jahr

Die reine Eierzahl erzählt also nicht die ganze Geschichte.

Der BDRG dokumentiert bei seinen Leistungsprüfungen deshalb unter anderem auch Eigewicht und Futteraufwand. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Eierschalenfarben der wichtigsten Hühnerrassen

Auch die Farbe der Eier kann bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Eierschalenfarbe Beispiele
Weiß Hamburger, viele Leghorn-Linien
Creme Brahma, teilweise Sussex
Hellbraun Sussex, Wyandotte
Braun New Hampshire, Rhodeländer
Dunkelbraun Marans
Blau Araucana
Grünlich bestimmte Araucana-Zuchtlinien bzw. Kreuzungen

Die Eierfarbe ist genetisch bedingt. Die Fütterung kann die Qualität und Zusammensetzung des Eis beeinflussen, verändert aber nicht einfach beliebig die genetisch festgelegte Grundfarbe der Schale.

Was bedeutet Legeleistung bei Rassehühnern?

Eine Angabe wie „200 Eier pro Jahr“ darf nicht als Versprechen verstanden werden, dass jede Henne dieser Rasse exakt 200 Eier legt.

Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem ab von:

  • Alter
  • Genetik und Zuchtlinie
  • Fütterung
  • Tageslicht
  • Jahreszeit
  • Gesundheitszustand
  • Stress
  • Haltung
  • Bruttrieb
  • Temperatur

Der BDRG weist ausdrücklich darauf hin, dass manche Rassen und Linien heute nicht mehr unbedingt die früher angegebenen Leistungen erreichen. Deshalb sind aktuelle Leistungsprüfungen besonders interessant. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Fazit: Welche Hühnerrasse ist die beste?

Die „beste“ Hühnerrasse gibt es nicht. Entscheidend ist, was der Halter von seinen Hühnern erwartet.

Wer möglichst viele Eier möchte, sollte leistungsstarke Rassen und Zuchtlinien betrachten. Wer dagegen besonders ruhige Tiere sucht, kann mit Orpington, Brahma oder Sussex glücklich werden. Für ungewöhnliche Eierfarben sind Araucana oder Marans interessant.

Für die Selbstversorgung ist außerdem eine Kombination verschiedener Eigenschaften sinnvoll: gute Legeleistung, passende Körpergröße, Robustheit und ein angenehmes Wesen.

Bei der Auswahl für 2026 sollte daher nicht nur die Zahl der Eier in der Rassetabelle betrachtet werden. Eiergewicht, Eierschalenfarbe, Charakter, Platzbedarf, Bruttrieb und die tatsächliche Leistung der jeweiligen Zuchtlinie sind mindestens genauso wichtig.

Der BDRG stellt aktuelle Informationen zu anerkannten Rassen und Farbenschlägen sowie Rassetafeln zur Verfügung. Das Rassenverzeichnis wird regelmäßig aktualisiert. (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter)

Quellen und weiterführende Informationen

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