Bodenpunkte Deutschland Tabelle: Ackerzahl, Grünlandzahl & Ertragspotenzial 2026

Bodenpunkte Deutschland Tabelle Ackerzahl, Grünlandzahl & Ertragspotenzial 2026

Wie fruchtbar ist ein landwirtschaftlicher Boden? Eine wichtige Orientierung dafür liefern in Deutschland die sogenannten Bodenpunkte beziehungsweise die Wertzahlen der Bodenschätzung. Besonders bekannt sind die Ackerzahl für Ackerflächen und die Grünlandzahl für Grünland.

Die Bodenbewertung spielt nicht nur für die Landwirtschaft eine Rolle. Die Ergebnisse der amtlichen Bodenschätzung werden unter anderem für die Bewertung landwirtschaftlicher Flächen und steuerliche Zwecke verwendet. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums liegen Bodenschätzungsergebnisse – mit Ausnahme Berlins – nahezu flächendeckend für landwirtschaftlich genutzte Flächen in Deutschland vor. Erfasst sind insgesamt rund 17 Millionen Hektar.

Für 2026 ist außerdem wichtig: Bodenpunkte sind nicht dasselbe wie Bodenrichtwerte und auch nicht automatisch ein Marktpreis pro Hektar. Die Bodenpunkte beschreiben vor allem die natürliche Ertragsfähigkeit eines Bodens unter den Bedingungen der Bodenschätzung.

Bodenpunkte Tabelle: Was bedeuten die Werte?

Als grobe Orientierung lässt sich folgende Einteilung verwenden:

Bodenpunkte Einschätzung der Bodenqualität Ertragspotenzial
0–20 sehr gering sehr niedrig
21–30 gering niedrig
31–40 unterdurchschnittlich eher niedrig
41–50 mittel durchschnittlich
51–60 gut überdurchschnittlich
61–70 sehr gut hoch
71–80 sehr gut sehr hoch
81–90 hervorragend sehr hoch
91–100 ausgezeichnet sehr hoch
über 100 außergewöhnlich extrem hoch

Diese Einteilung dient vor allem der praktischen Orientierung. Die amtliche Bodenschätzung selbst arbeitet nicht einfach mit einer pauschalen Schulnotenskala, sondern mit differenzierten Wertzahlen und weiteren Merkmalen des Bodens.

Besonders ertragreiche Ackerstandorte können deshalb Bodenwerte von deutlich über 80 erreichen. In Deutschland sind auch Werte von über 100 möglich.

Was sind Bodenpunkte?

Der Begriff „Bodenpunkte“ wird im Alltag häufig verwendet, obwohl die amtliche Terminologie differenzierter ist.

Bei der Bodenschätzung werden insbesondere für Ackerland und Grünland sogenannte Wertzahlen ermittelt. Die Ackerzahl beziehungsweise Grünlandzahl berücksichtigt dabei neben der grundlegenden Bodenbeschaffenheit auch bestimmte natürliche Standortbedingungen.

Das Bundesfinanzministerium beschreibt die Bodenschätzung als Verfahren zur Ermittlung der natürlichen Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich nutzbarer Flächen.

Die Bodenschätzung ist gesetzlich im Bodenschätzungsgesetz (BodSchätzG) geregelt.

Ackerzahl Tabelle 2026

Die Ackerzahl ist eine wichtige Kennzahl für die Bewertung von Ackerland.

Vereinfacht lässt sich die Qualität folgendermaßen einordnen:

Ackerzahl Bodenqualität Typische Einschätzung
unter 20 sehr schwach schwierige Ackerstandorte
20–30 schwach geringe Ertragsfähigkeit
31–40 mäßig unterdurchschnittliche Böden
41–50 mittel durchschnittliche Ackerböden
51–60 gut gute Ertragsbedingungen
61–70 sehr gut hohe natürliche Ertragsfähigkeit
71–80 hervorragend sehr leistungsfähige Böden
81–90 ausgezeichnet sehr hohe Ertragsfähigkeit
91–100 außergewöhnlich Spitzenstandorte
über 100 extrem hoch besonders ertragsfähige Standorte

Je höher die Ackerzahl, desto höher ist grundsätzlich das natürliche Ertragspotenzial des jeweiligen Ackerstandortes.

Allerdings bedeutet eine Ackerzahl von beispielsweise 70 nicht, dass auf jedem solchen Feld automatisch ein bestimmter Getreideertrag erzielt wird.

Witterung, Düngung, Sorte, Bewirtschaftung, Niederschlag und weitere Faktoren beeinflussen den tatsächlichen Ertrag erheblich.

Was ist die Grünlandzahl?

Für Grünland wird eine vergleichbare Kennzahl verwendet: die Grünlandzahl.

Sie bewertet die natürliche Ertragsfähigkeit einer Grünlandfläche unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Bodens und der Standortbedingungen.

Grünlandzahl Einschätzung Ertragspotenzial
unter 20 sehr gering sehr niedrig
20–30 gering niedrig
31–40 mäßig unterdurchschnittlich
41–50 mittel durchschnittlich
51–60 gut überdurchschnittlich
61–70 sehr gut hoch
71–80 hervorragend sehr hoch
über 80 ausgezeichnet sehr hoch

Bei Grünland spielen neben den Bodeneigenschaften beispielsweise Wasserverhältnisse und klimatische Bedingungen eine wichtige Rolle.

Die Verwaltungsrichtlinien zur Bodenschätzung enthalten entsprechende Wertzahlen und Korrekturfaktoren für Grünland.

Ackerzahl und Grünlandzahl: Wo liegt der Unterschied?

Die beiden Kennzahlen sind ähnlich aufgebaut, beziehen sich aber auf unterschiedliche Nutzungsarten.

Ackerzahl: Bewertung der natürlichen Ertragsfähigkeit von Ackerland.

Grünlandzahl: Bewertung der natürlichen Ertragsfähigkeit von Grünland.

Eine Fläche kann deshalb nicht einfach anhand einer einzigen allgemeinen Bodenpunktzahl unabhängig von ihrer Nutzung beurteilt werden.

Die amtliche Bodenschätzung unterscheidet zwischen Ackerland und Grünland und verwendet jeweils entsprechende Schätzungsmerkmale.

Bodenpunkte Deutschland: Gibt es eine durchschnittliche Bodenpunktzahl?

Eine einzige repräsentative „Durchschnittsbodenpunktzahl für Deutschland“ ist nur eingeschränkt sinnvoll.

Deutschland verfügt über sehr unterschiedliche Böden und Landschaftsräume:

  • Lössböden
  • Schwarzerden
  • Marschböden
  • Sandböden
  • Lehmböden
  • Tonböden
  • Mittelgebirgsböden
  • Böden auf unterschiedlichen Ausgangsgesteinen

Entsprechend groß ist die Spannweite der Bodenwerte.

Besonders fruchtbare Böden findet man beispielsweise in Regionen mit mächtigen Lössablagerungen. Leichtere Sandstandorte weisen dagegen häufig geringere natürliche Ertragspotenziale auf.

Wo gibt es besonders hohe Bodenpunkte?

Hohe Ackerzahlen findet man insbesondere in Regionen mit sehr fruchtbaren Böden.

Dazu gehören unter anderem Teile:

  • Niedersachsens
  • Nordrhein-Westfalens
  • Sachsen-Anhalts
  • Thüringens
  • Sachsens
  • Bayerns
  • Hessens
  • Rheinland-Pfalz

Besonders bekannt sind Regionen mit fruchtbaren Löss- und Schwarzerdeböden.

Ein hoher Bodenpunktwert ist allerdings nicht automatisch ein Hinweis auf einen hohen Grundstückspreis. Für den Marktwert spielen zusätzlich Lage, Flächengröße, Zuschnitt, Pachtverhältnisse, Infrastruktur, Nachfrage und regionale Bodenpreise eine wichtige Rolle.

Bodenpunkte und Ertragspotenzial

Die Bodenpunkte sollen vor allem die natürliche Ertragsfähigkeit eines Standortes charakterisieren.

Dabei geht es um die Frage:

Wie leistungsfähig ist der Boden bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung unter den natürlichen Standortbedingungen?

Das ist etwas anderes als die Frage:

Wie viel hat der Landwirt auf diesem Feld tatsächlich geerntet?

Das Bundesfinanzministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bewertung der Ertragsfähigkeit nicht auf dem tatsächlich erzielten Reinertrag eines einzelnen Betriebes basiert. Maßgeblich ist vielmehr die nachhaltig erzielbare Ertragsfähigkeit bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung.

Bodenpunkte Tabelle und mögliche Getreideerträge

Es ist verlockend, Bodenpunkte direkt in Tonnen Getreide pro Hektar umzurechnen. Eine solche einfache Umrechnung gibt es jedoch nicht.

Als grobe Orientierung kann man sich vorstellen:

Bodenqualität Bodenpunkte grob Ertragspotenzial für Getreide
sehr gering < 30 niedrig
gering 30–40 eher niedrig
mittel 40–50 durchschnittlich
gut 50–60 gut
sehr gut 60–70 hoch
hervorragend 70–80 sehr hoch
Spitzenstandort > 80 sehr hoch

Diese Tabelle beschreibt nur die grundsätzliche Relation.

Ein Feld mit 70 Bodenpunkten kann bei Trockenheit beispielsweise weniger erbringen als ein Feld mit 55 Punkten in einem Jahr mit optimaler Wasserversorgung.

Warum Bodenpunkte nicht gleich Ertrag sind

Der tatsächliche Ertrag hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Dazu gehören:

  • Niederschlagsmenge
  • Verteilung des Niederschlags
  • Temperatur
  • Sonneneinstrahlung
  • Bodenwasser
  • Humusgehalt
  • Nährstoffversorgung
  • pH-Wert
  • Fruchtfolge
  • Sorte
  • Aussaattermin
  • Pflanzenschutz
  • Bewirtschaftung
  • Erosionsrisiko

Die Bodenpunkte bilden deshalb nur einen Teil des tatsächlichen Produktionspotenzials ab.

Was bedeutet Ackerzahl 20?

Eine Ackerzahl von 20 deutet auf einen eher ertragsschwachen Ackerstandort hin.

Solche Böden können beispielsweise durch ungünstige Bodenverhältnisse, geringe Wasserspeicherung oder andere Standortfaktoren begrenzt sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass dort keine Landwirtschaft möglich ist.

Auf geeigneten Standorten können auch Böden mit niedriger Ackerzahl sinnvoll bewirtschaftet werden. Welche Kulturen wirtschaftlich sind, hängt von den individuellen Standortbedingungen ab.

Was bedeutet Ackerzahl 40?

Eine Ackerzahl von 40 liegt im mittleren bis eher unterdurchschnittlichen Bereich.

Solche Flächen können grundsätzlich landwirtschaftlich gut nutzbar sein, verfügen aber nicht über die natürliche Ertragsfähigkeit besonders hochwertiger Löss- oder Schwarzerdeböden.

Für die wirtschaftliche Bewertung müssen deshalb zusätzlich regionale Preise, Bewirtschaftungskosten und die konkrete Lage berücksichtigt werden.

Was bedeutet Ackerzahl 60?

Eine Ackerzahl von 60 deutet grundsätzlich auf einen guten bis sehr guten Ackerstandort hin.

Solche Flächen verfügen unter geeigneten Bedingungen über ein vergleichsweise hohes natürliches Ertragspotenzial.

Allerdings kann auch hier die Wasserversorgung zum begrenzenden Faktor werden.

Ein guter Boden mit regelmäßigem Wasserangebot kann beispielsweise wesentlich zuverlässiger hohe Erträge liefern als ein formal ähnlich bewerteter Standort mit ausgeprägter Sommertrockenheit.

Was bedeutet Ackerzahl 80?

Eine Ackerzahl von 80 gilt als sehr hoher Wert und weist auf einen ausgesprochen leistungsfähigen Ackerstandort hin.

Solche Böden sind für die Landwirtschaft besonders interessant.

Typische Eigenschaften sehr hochwertiger Standorte können sein:

  • günstige Bodenstruktur
  • hohe natürliche Fruchtbarkeit
  • gute Wasserspeicherung
  • gute Durchwurzelbarkeit
  • günstige Nährstoffversorgung
  • geringe natürliche Ertragsrisiken

Trotzdem gilt auch hier: Die Ackerzahl ist keine Garantie für einen bestimmten Ertrag.

Was bedeutet Ackerzahl 100?

Eine Ackerzahl von 100 stellt einen sehr hohen Referenzwert dar.

Bei der deutschen Bodenschätzung sind allerdings auch Werte über 100 möglich. Die Wertzahl ist daher nicht als einfache Prozentangabe zu verstehen.

Eine Ackerzahl von 100 bedeutet also nicht, dass der Boden „100 Prozent fruchtbar“ ist.

Vielmehr handelt es sich um eine Wertzahl innerhalb des Systems der Bodenschätzung.

Bodenpunkte über 100

Besonders fruchtbare Böden können Ackerzahlen von mehr als 100 erreichen.

Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, weil man bei einer Skala von 0 bis 100 eigentlich eine Obergrenze erwarten würde.

Die Ackerzahl ist aber keine Prozentangabe.

Die ursprüngliche Bodenschätzung basiert auf bestimmten Vergleichs- und Referenzböden. Dadurch können bei besonders günstigen Böden Wertzahlen oberhalb von 100 entstehen.

Deshalb ist beispielsweise eine Ackerzahl von 110 nicht gleichbedeutend mit „110 Prozent Bodenqualität“.

Bodenschätzung: Wie entstehen die Bodenpunkte?

Die amtliche Bodenschätzung betrachtet verschiedene natürliche Eigenschaften des Bodens.

Beim Ackerland spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

  • Bodenart
  • Zustandsstufe
  • Entstehungsart
  • geologische beziehungsweise bodenkundliche Eigenschaften
  • Klima
  • Wasserverhältnisse
  • Geländeverhältnisse

Die Ergebnisse werden anschließend in Wertzahlen überführt.

Das Bodenschätzungsgesetz bildet dafür die gesetzliche Grundlage. Das Bundesfinanzministerium stellt das BodSchätzG und die zugehörigen Verwaltungsrichtlinien öffentlich bereit.

Bodenart und Bodenpunkte

Die Bodenart hat einen erheblichen Einfluss auf die natürliche Ertragsfähigkeit.

Vereinfacht können beispielsweise folgende Eigenschaften eine Rolle spielen:

Bodenart Typische Eigenschaften
Sand leicht, gut durchlüftet, häufig geringere Wasserspeicherung
sandiger Lehm guter Kompromiss aus Wasserführung und Bearbeitbarkeit
Lehm häufig gute Wasser- und Nährstoffspeicherung
Ton hohe Wasserspeicherung, aber teilweise schwierige Bearbeitung
Löss häufig sehr fruchtbar und gut ackerbaulich nutzbar

Dabei darf man die Bodenart nicht isoliert betrachten. Auch Klima, Wasserhaushalt, Relief und weitere Eigenschaften beeinflussen die Bodenbewertung.

Bodenpunkte und Landwirtschaft

Für Landwirte sind Bodenpunkte insbesondere bei der langfristigen Flächenbewertung interessant.

Sie können Hinweise darauf geben:

  • welches natürliche Ertragspotenzial ein Standort besitzt,
  • wie sich Flächen untereinander unterscheiden,
  • wie landwirtschaftliche Flächen bewertet werden,
  • welche Standortunterschiede innerhalb einer Region bestehen.

Für die konkrete Bewirtschaftung reicht die Bodenpunktzahl jedoch nicht aus.

Eine moderne Düngeplanung benötigt beispielsweise zusätzlich Bodenuntersuchungen, Nmin-Werte, Ertragserwartungen und Informationen zur Fruchtfolge.

Bodenpunkte und Grundsteuer

Die Bodenschätzung hat auch steuerliche Bedeutung.

Das Bewertungsgesetz verwendet unter anderem die Ertragsmesszahl (EMZ) bei der Bewertung landwirtschaftlicher Flächen. Die EMZ ergibt sich aus dem Produkt aus Acker- beziehungsweise Grünlandzahl und der Fläche in Ar. Das Bundesfinanzministerium führt diese Systematik in den Informationen zur landwirtschaftlichen Nutzung aus.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Eine landwirtschaftliche Fläche hat:

  • Ackerzahl: 60
  • Fläche: 2 Hektar

2 Hektar entsprechen 200 Ar.

Die Ertragsmesszahl beträgt dann:

60 × 200 = 12.000 EMZ

Die EMZ ist damit eine flächenbezogene Größe, während die Ackerzahl beziehungsweise Grünlandzahl die Wertzahl des Bodens beschreibt.

Beispiel: Ertragsmesszahl berechnen

Nehmen wir eine Ackerfläche mit:

Ackerzahl = 55

und einer Größe von:

3,5 Hektar

3,5 Hektar entsprechen:

350 Ar

Damit ergibt sich:

55 × 350 = 19.250

Die Ertragsmesszahl beträgt in diesem vereinfachten Beispiel also 19.250.

Das Bundesfinanzministerium beschreibt die Ertragsmesszahl ausdrücklich als Produkt aus Acker-/Grünlandzahl und Ar.

Bodenpunkte und Bodenrichtwert sind nicht dasselbe

Dieser Unterschied ist für Grundstückseigentümer besonders wichtig.

Bodenpunkte beziehungsweise Acker- und Grünlandzahl beschreiben die natürliche Ertragsfähigkeit des landwirtschaftlichen Bodens.

Bodenrichtwerte sind dagegen durchschnittliche Lagewerte des Bodens, die von den Gutachterausschüssen auf Grundlage der Kaufpreissammlung ermittelt werden.

Das Bundesportal beschreibt Bodenrichtwerte als durchschnittliche, flächendeckend ermittelte Lagewerte unter Berücksichtigung des Entwicklungszustands.

Daher gilt:

Hohe Bodenpunkte = nicht automatisch hoher Bodenrichtwert.

Ein Grundstück mit hervorragender Bodenqualität kann in einer Region mit niedrigen Grundstückspreisen liegen. Umgekehrt können Flächen mit weniger hohen Bodenpunkten in einer besonders nachgefragten Region einen hohen Marktwert besitzen.

Bodenpunkte Deutschland: Welche Werte sind besonders gut?

Als einfache Orientierung kann folgende Tabelle verwendet werden:

Bodenpunkte Bewertung
0–20 sehr schwach
21–30 schwach
31–40 eher schwach bis mittel
41–50 mittel
51–60 gut
61–70 sehr gut
71–80 hervorragend
81–90 ausgezeichnet
91–100 Spitzenqualität
> 100 außergewöhnlich hoher Wert

Für die praktische Interpretation sollte immer berücksichtigt werden, ob es sich um Ackerzahl oder Grünlandzahl handelt und welche Standortfaktoren hinter dem Wert stehen.

Wo kann man die Bodenpunkte eines Grundstücks finden?

Die konkreten Werte eines landwirtschaftlichen Flurstücks können über die zuständigen Landesbehörden beziehungsweise deren Geodatenportale recherchiert werden.

Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass die Daten der Bodenschätzung digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht wurden. Unter anderem stehen entsprechende Geodatendienste und Informationen über das Geoportal des Bundes zur Verfügung.

Für ein konkretes Grundstück können außerdem folgende Angaben benötigt werden:

  • Bundesland
  • Gemarkung
  • Flur
  • Flurstück
  • Nutzungsart

Die genaue Darstellung und Zugänglichkeit der Daten kann je nach Bundesland unterschiedlich sein.

Bodenpunkte bei Kauf und Verkauf von Ackerland

Wer eine landwirtschaftliche Fläche kaufen oder verkaufen möchte, sollte die Bodenpunkte als einen von mehreren Faktoren betrachten.

Interessant sind beispielsweise:

  1. Ackerzahl beziehungsweise Grünlandzahl
  2. Flächengröße
  3. Bodenart
  4. Wasserhaushalt
  5. Zuschnitt
  6. Erreichbarkeit
  7. Hanglage
  8. aktuelle Nutzung
  9. Pachtvertrag
  10. regionale Nachfrage
  11. Bodenrichtwert
  12. tatsächliche Kaufpreise vergleichbarer Flächen

Die Bodenpunkte sind daher eine wichtige Kennzahl, ersetzen aber keine professionelle Grundstücksbewertung.

Fazit: Bodenpunkte Deutschland Tabelle 2026

Die Ackerzahl und Grünlandzahl sind wichtige Kennzahlen der deutschen Bodenschätzung. Sie geben Hinweise auf die natürliche Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen.

Als grobe Orientierung gelten:

  • unter 30 Punkte: eher geringe Ertragsfähigkeit
  • 30–40 Punkte: schwache bis mittlere Böden
  • 40–50 Punkte: durchschnittliche Böden
  • 50–60 Punkte: gute Böden
  • 60–70 Punkte: sehr gute Böden
  • 70–80 Punkte: hervorragende Böden
  • über 80 Punkte: besonders hochwertige Standorte
  • über 100 Punkte: außergewöhnlich hohe Wertzahlen möglich

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen Bodenpunkten, Ackerzahl, Grünlandzahl, Ertragsmesszahl und Bodenrichtwert. Diese Begriffe werden im Alltag teilweise vermischt, beschreiben aber unterschiedliche Sachverhalte.

Für 2026 bleibt die amtliche Bodenschätzung eine wichtige Grundlage für die Bewertung landwirtschaftlicher Flächen. Die Ergebnisse werden nicht nur für steuerliche Zwecke verwendet, sondern können auch für außersteuerliche Aufgaben wie die Wertermittlung bei Flurbereinigungsverfahren herangezogen werden.

Wer den Wert eines konkreten Ackers oder einer Wiese beurteilen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Bodenpunkte schauen. Erst das Zusammenspiel aus Ackerzahl beziehungsweise Grünlandzahl, Ertragsmesszahl, Bodenrichtwert, Flächengröße, Lage und tatsächlicher landwirtschaftlicher Nutzung ermöglicht eine realistische Einschätzung.

Quellen und weiterführende Informationen

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