Ökolandbau Statistik Tabelle: Anzahl Bio-Höfe, Öko-Flächenanteil & Wachstum nach Bundesländern 2026

Der ökologische Landbau hat in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe stellen ihre Produktion auf ökologische Bewirtschaftung um, gleichzeitig wächst die ökologisch bewirtschaftete Fläche. Für 2026 liegen dabei bereits aktuelle statistische Daten vor. Die detailliert nach Bundesländern aufgeschlüsselte Agrarstrukturerhebung stammt allerdings aus dem Jahr 2023.

Nach den aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 in Deutschland rund 1,86 Millionen Hektar Ackerland und Dauergrünland ökologisch bewirtschaftet. Die aktuelle Destatis-Tabelle weist für 2025 auch die Zahl der Ökobetriebe und die Ökofläche nach Bundesländern aus.

Ökolandbau Deutschland 2026: Die wichtigsten Zahlen

Die Entwicklung des Ökolandbaus lässt sich besonders gut anhand der Zahl der Betriebe und der bewirtschafteten Fläche nachvollziehen.

Kennzahl Wert
Landwirtschaftliche Betriebe insgesamt 2023 255.010
Ökologisch wirtschaftende Betriebe 2023 28.630
Anteil Ökobetriebe an allen Betrieben 2023 ca. 11,2 %
Ökologisch bewirtschaftete Fläche 2023 1,853 Mio. ha
Anteil Ökofläche an der LF 2023 11,2 %
Ökologisch bewirtschaftete Fläche 2024 rund 1,8 Mio. ha
Anteil Ökofläche 2024 11,1 %
Ackerland und Dauergrünland ökologisch 2025 1,863 Mio. ha

Die Zahl der Ökobetriebe stieg zwischen 2020 und 2023 um rund 10 %. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche von 9,6 % auf 11,2 %.

Bio-Höfe und Ökofläche nach Bundesländern

Für den direkten Vergleich der Bundesländer bietet die Agrarstrukturerhebung 2023 die derzeit besonders gut vergleichbare Datengrundlage. Die Tabelle zeigt sowohl die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit ökologischer Bewirtschaftung als auch die jeweilige Ökofläche.

Bundesland Bio-Höfe 2023 Ökofläche in ha Anteil Ökofläche an LF
Baden-Württemberg 4.770 196.000 14,0 %
Bayern 10.810 423.000 13,7 %
Berlin 10 300 15,8 %
Brandenburg 1.010 228.400 17,6 %
Bremen 30 2.600 33,3 %
Hamburg 40 1.400 10,0 %
Hessen 2.190 118.100 15,4 %
Mecklenburg-Vorpommern 1.150 199.700 14,8 %
Niedersachsen 2.060 146.800 5,7 %
Nordrhein-Westfalen 2.020 91.200 6,1 %
Rheinland-Pfalz 1.720 88.300 12,4 %
Saarland 160 14.100 19,4 %
Sachsen 810 85.400 9,5 %
Sachsen-Anhalt 600 117.100 10,2 %
Schleswig-Holstein 820 77.200 7,9 %
Thüringen 450 63.000 8,2 %
Deutschland 28.630 1.852.700 11,2 %

Die Prozentwerte in der letzten Spalte sind aus der ökologisch bewirtschafteten Fläche und der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche des jeweiligen Bundeslandes berechnet. Die zugrunde liegenden Flächen- und Betriebszahlen stammen aus Destatis.

Bayern hat die meisten Bio-Höfe

Bei der absoluten Zahl der Ökobetriebe lag Bayern 2023 mit 10.810 Betrieben deutlich an der Spitze. Dahinter folgten Baden-Württemberg mit 4.770 und Hessen mit 2.190 Ökobetrieben.

Bayern hatte damit mehr als ein Drittel aller deutschen Ökobetriebe. Auch bei der Ökofläche nahm der Freistaat mit 423.000 Hektar eine herausragende Stellung ein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen damit rund 23 % der gesamten deutschen Ökofläche auf Bayern.

Die hohe Zahl der Biohöfe hängt teilweise mit der insgesamt großen Zahl landwirtschaftlicher Betriebe in Bayern zusammen. Deshalb sollte die absolute Anzahl der Biohöfe immer gemeinsam mit dem Anteil an allen Betrieben beziehungsweise dem Anteil der Ökofläche betrachtet werden.

Brandenburg mit besonders hoher Ökofläche

Brandenburg gehört ebenfalls zu den Bundesländern mit einer großen Bedeutung des Ökolandbaus. 2023 wurden dort rund 228.400 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Das entsprach rund 17,6 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Noch größer war der Anteil in einigen kleineren Bundesländern. Besonders auffällig ist Bremen mit einem rechnerischen Ökoflächenanteil von rund 33,3 %. Wegen der sehr kleinen landwirtschaftlichen Fläche Bremens ist dieser Wert allerdings nicht unmittelbar mit Flächenstaaten wie Bayern, Brandenburg oder Niedersachsen vergleichbar.

Wie stark ist der Ökolandbau gewachsen?

Der langfristige Wachstumstrend zeigt sich vor allem beim Vergleich von 2020 und 2023. Deutschlandweit stieg die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit ökologischer Bewirtschaftung innerhalb dieses Zeitraums um etwa 10 %. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche nahm ebenfalls deutlich zu.

Jahr Ökobetriebe Ökofläche Anteil an der LF
2010 ca. 16.500 ca. 941.500 ha rund 5,6 %
2020 ca. 26.300 ca. 1.593.000 ha rund 9,6 %
2023 28.630 1.852.700 ha 11,2 %
2024 – rund 1,8 Mio. ha 11,1 %
2025 – 1,863 Mio. ha* –

* 2025: Ackerland und Dauergrünland zusammen; die Abgrenzung ist daher nicht vollständig identisch mit der Gesamt-Ökofläche der Vorjahre.

Die Daten zeigen, dass sich der Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche seit 2010 ungefähr verdoppelt hat. 2024 lag der Anteil nach Eurostat-Daten bei 11,1 %. Gegenüber 2023 war damit allerdings ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Ökologische Landwirtschaft 2025: aktuelle Flächenentwicklung

Die neuesten Destatis-Daten für 2025 ermöglichen einen noch aktuelleren Blick auf einzelne Nutzungsarten. Insgesamt wurden 2025 rund 875.700 Hektar Ackerland ökologisch bewirtschaftet. Zusammen mit dem ökologisch bewirtschafteten Dauergrünland ergibt sich eine Fläche von rund 1,863 Millionen Hektar.

Damit bleibt der Ökolandbau ein bedeutender Teil der deutschen Landwirtschaft. Allerdings ist die Entwicklung nicht in jedem Jahr gleichmäßig. Zwischen 2023 und 2024 ging die Ökofläche leicht zurück, bevor die verfügbaren Daten für 2025 bei Ackerland und Dauergrünland wieder eine große bewirtschaftete Fläche ausweisen.

Anteil der Biohöfe: Bundesländer im Vergleich

Auch beim Anteil der Ökobetriebe an allen Landwirtschaftsbetrieben zeigen sich große regionale Unterschiede.

Bundesland Ökobetriebe Landwirtschaftliche Betriebe insgesamt Anteil Biohöfe
Baden-Württemberg 4.770 37.500 12,7 %
Bayern 10.810 81.560 13,3 %
Berlin 10 50 20,0 %
Brandenburg 1.010 5.370 18,8 %
Bremen 30 130 23,1 %
Hamburg 40 510 7,8 %
Hessen 2.190 15.300 14,3 %
Mecklenburg-Vorpommern 1.150 4.750 24,2 %
Niedersachsen 2.060 34.040 6,1 %
Nordrhein-Westfalen 2.020 33.570 6,0 %
Rheinland-Pfalz 1.720 15.310 11,2 %
Saarland 160 1.070 15,0 %
Sachsen 810 6.490 12,5 %
Sachsen-Anhalt 600 4.150 14,5 %
Schleswig-Holstein 820 11.630 7,1 %
Thüringen 450 3.590 12,5 %

Diese Werte beziehen sich auf die Agrarstrukturerhebung 2023. Sie zeigen, dass der Ökolandbau regional sehr unterschiedlich verbreitet ist. Mecklenburg-Vorpommern hatte beispielsweise einen vergleichsweise hohen Anteil von Ökobetrieben an allen Landwirtschaftsbetrieben, während Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen einen deutlich niedrigeren Anteil aufwiesen.

Warum unterscheidet sich der Ökolandbau regional so stark?

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern haben verschiedene Ursachen. Dazu gehören die Betriebsstrukturen, die natürlichen Standortbedingungen, die Ausrichtung der Landwirtschaft und die Verfügbarkeit von Flächen.

In einigen Regionen spielen großflächige Ackerbau- und Grünlandbetriebe eine wichtige Rolle. Andere Regionen sind stärker durch kleinere Familienbetriebe, Milchviehhaltung, Weinbau, Obstbau oder andere Spezialkulturen geprägt.

Auch die Umstellung eines Betriebes auf ökologische Landwirtschaft ist eine unternehmerische Entscheidung. Dabei müssen unter anderem Absatzmöglichkeiten, Preise, Produktionsverfahren, Förderbedingungen und die betrieblichen Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Ökofläche und Anzahl der Biohöfe sind nicht dasselbe

Bei der Bewertung der Statistik sollte zwischen der Zahl der Biohöfe und der Ökofläche unterschieden werden.

Ein Bundesland kann beispielsweise viele ökologische Betriebe haben, ohne über die größte Ökofläche zu verfügen. Umgekehrt können relativ wenige, dafür große Betriebe eine sehr große Fläche ökologisch bewirtschaften.

Das zeigt sich beispielsweise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort ist die Zahl der Ökobetriebe deutlich niedriger als in Bayern, gleichzeitig verfügen die Länder über sehr große ökologische Flächen. Bayern wiederum kombiniert eine sehr hohe Zahl an Biohöfen mit einer besonders großen Ökofläche.

Deutschland will den Ökolandbau weiter ausbauen

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil des ökologischen Landbaus bis 2030 auf 30 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu erhöhen. Zum Vergleich: 2024 lag Deutschland nach Eurostat-Daten bei 11,1 %.

Damit müsste der Anteil in den kommenden Jahren noch erheblich steigen, um das politische Ziel zu erreichen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt zwar ein deutliches Wachstum gegenüber 2010, gleichzeitig machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass das Wachstum nicht jedes Jahr linear verläuft.

Fazit zur Ökolandbau Statistik 2026

Der ökologische Landbau hat seine Position in der deutschen Landwirtschaft seit 2010 deutlich ausgebaut. Die Zahl der Ökobetriebe stieg von rund 16.500 im Jahr 2010 auf 28.630 im Jahr 2023. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs im gleichen Zeitraum von rund 941.500 Hektar auf knapp 1,85 Millionen Hektar.

Für 2026 ist deshalb vor allem der Blick auf die neuesten verfügbaren Daten wichtig: 2024 lag der Anteil der Ökofläche bei 11,1 %, während Destatis für 2025 rund 1,86 Millionen Hektar ökologisch bewirtschaftetes Ackerland und Dauergrünland ausweist.

Regional bleibt der Ökolandbau sehr unterschiedlich verteilt. Bayern verfügt über die meisten Biohöfe und die größte absolute Ökofläche. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und weitere Länder weisen dagegen ebenfalls hohe Ökoflächenanteile auf. Für einen sinnvollen Vergleich sollten deshalb immer sowohl die Anzahl der Biohöfe als auch der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche betrachtet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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