
Wie viele Nutztiere werden in Deutschland gehalten? Die aktuellen Zahlen für 2026 zeigen eine Landwirtschaft im Wandel: Während der Schweinebestand gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist, setzt sich der langfristige Rückgang bei Rindern fort. Beim Geflügel ist die Datenlage etwas anders, weil der Gesamtbestand nur in größeren Abständen umfassend erhoben wird.
Zum Stichtag 3. Mai 2026 wurden in Deutschland rund 21,0 Millionen Schweine und 10,4 Millionen Rinder gehalten. Beim Geflügel stammen die aktuellsten umfassenden Bestandsdaten aus der Agrarstrukturerhebung 2023. Damals wurden mehr als 167 Millionen Geflügeltiere gezählt, darunter rund 156 Millionen Hühner.
Nutztiere 2026: Die wichtigsten Zahlen im Überblick
| Tierart | Aktueller Bestand | Vergleich |
|---|---|---|
| Schweine | ca. 21,0 Mio. | +0,6 % gegenüber Mai 2025 |
| Rinder | ca. 10,4 Mio. | +0,2 % gegenüber Mai 2025 |
| davon Milchkühe | ca. 3,6 Mio. | +0,3 % gegenüber Mai 2025 |
| Geflügel insgesamt | ca. 167,3 Mio. | umfassende Bestandszahl aus 2023 |
| davon Hühner | ca. 156,3 Mio. | Datenstand 2023 |
| davon Truthühner | ca. 9,0 Mio. | Datenstand 2023 |
| davon Enten | ca. 1,6 Mio. | Datenstand 2023 |
Bei Schweinen und Rindern gibt es regelmäßige Mai- und November-Erhebungen. Geflügel wird dagegen seit 2010 nur noch im Rahmen der dreijährlichen Agrarstrukturerhebungen umfassend erfasst.
Schweinebestand 2026: 21 Millionen Tiere
Schweine sind nach wie vor eine der wichtigsten Tierarten der deutschen Landwirtschaft.
Zum 3. Mai 2026 wurden rund 21,0 Millionen Schweine gezählt. Gegenüber Mai 2025 entspricht das einem leichten Anstieg von 0,6 Prozent beziehungsweise rund 131.100 Tieren. Im Vergleich zum November 2025 war der Bestand allerdings um 2,3 Prozent niedriger.
Langfristig zeigt die Entwicklung dagegen klar nach unten. Seit Mai 2016 ist der deutsche Schweinebestand um 22,5 Prozent beziehungsweise rund 6,1 Millionen Tiere zurückgegangen.
Damit ist der leichte Anstieg im Jahresvergleich vor allem eine kurzfristige Stabilisierung und keine Rückkehr zu den früheren Bestandsgrößen.
Weniger Schweinehalter, größere Betriebe
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Betrieben.
Im Mai 2026 gab es in Deutschland nur noch rund 14.700 schweinehaltende Betriebe. Das waren 3,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und sogar 40 Prozent weniger als 2016.
Gleichzeitig ist die durchschnittliche Herdengröße gestiegen. Während ein schweinehaltender Betrieb 2016 durchschnittlich rund 1.100 Schweine hielt, waren es 2026 etwa 1.400 Tiere pro Betrieb.
Die Statistik beschreibt damit einen zentralen Strukturwandel der deutschen Tierhaltung: Weniger Betriebe halten insgesamt weiterhin sehr viele Tiere, wodurch die durchschnittliche Betriebsgröße steigt.
Mastschweine und Zuchtsauen
Von den rund 21,0 Millionen Schweinen im Mai 2026 entfielen etwa:
- 9,0 Millionen auf Mastschweine
- 10,6 Millionen auf Ferkel und Jungschweine
- 1,4 Millionen auf Zuchtschweine
Die Zahl der Mastschweine lag damit 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei Ferkeln und Jungschweinen gab es dagegen einen deutlichen Anstieg von 5,1 Prozent.
Die unterschiedlichen Entwicklungen der Kategorien sind unter anderem Ausdruck der zyklischen Entwicklung der Schweinehaltung. Änderungen bei Preisen, Futterkosten und Nachfrage wirken sich zeitversetzt auf den Tierbestand aus.
Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen dominieren die Schweinehaltung
Die Schweinehaltung ist regional stark konzentriert.
Im Mai 2026 wurden in Niedersachsen rund 6,8 Millionen Schweine gehalten. Damit stand das Bundesland deutlich an erster Stelle. Nordrhein-Westfalen folgte mit etwa 5,9 Millionen Schweinen.
Allein diese beiden Bundesländer vereinen damit einen erheblichen Teil des deutschen Schweinebestands auf sich.
Die regionale Konzentration hängt unter anderem mit der vorhandenen Infrastruktur, der Futtermittelwirtschaft, Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben sowie historisch gewachsenen Produktionsstrukturen zusammen.
Rinderbestand 2026: 10,4 Millionen Tiere
Auch bei den Rindern ist die langfristige Entwicklung interessant.
Zum 3. Mai 2026 gab es in Deutschland rund 10,4 Millionen Rinder, darunter etwa 3,6 Millionen Milchkühe. Gegenüber Mai 2025 blieb der Rinderbestand damit nahezu unverändert und stieg sogar leicht um 0,2 Prozent.
Langfristig sieht die Bilanz allerdings anders aus: Gegenüber Mai 2016 ist der Rinderbestand um 17,6 Prozent beziehungsweise rund 2,2 Millionen Tiere zurückgegangen.
Auch hier zeigt sich daher eine Kombination aus kurzfristiger Stabilisierung und langfristigem Strukturwandel.
Milchkuhbestand bleibt relativ stabil
Von den rund 10,4 Millionen Rindern waren etwa 3,6 Millionen Milchkühe.
Der Milchkuhbestand lag im Mai 2026 leicht über dem Wert des Vorjahres. Gegenüber Mai 2025 gab es einen Zuwachs von rund 10.400 Tieren beziehungsweise 0,3 Prozent.
Im Vergleich zum November 2025 ging die Zahl der Milchkühe allerdings leicht zurück.
Die Entwicklung der Milchviehhaltung wird unter anderem durch Milchpreise, Futterkosten, Arbeitsaufwand, Investitionen und die Nachfolgefrage in landwirtschaftlichen Betrieben beeinflusst.
Warum nimmt die Zahl der Rinder langfristig ab?
Der Rückgang des Rinderbestands ist Teil einer längerfristigen Entwicklung.
Seit Jahren sinkt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung. Gleichzeitig werden Betriebe größer und spezialisierter. Bei Rindern kommt hinzu, dass sich die Milchleistung pro Kuh über Jahrzehnte erhöht hat.
Für die gleiche Milchmenge werden daher nicht zwingend so viele Kühe benötigt wie früher.
Außerdem verändern sich die Ernährungsgewohnheiten, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Milchviehhaltung und die Anforderungen an Tierhaltung und Umweltschutz.
Geflügel: Mehr als 167 Millionen Tiere
Beim Geflügel ist die Statistik etwas schwieriger mit den aktuellen Rinder- und Schweinezahlen zu vergleichen.
Der Grund: Während Rinder und Schweine regelmäßig erhoben werden, wird der Geflügelbestand seit 2010 nur noch im Rahmen der dreijährlichen Agrarstrukturerhebungen umfassend erfasst.
Die aktuellste umfassende Bestandsaufnahme stammt aus dem Jahr 2023. Damals wurden in Deutschland mehr als 167 Millionen Geflügeltiere gehalten.
Davon entfielen rund:
- 156,3 Millionen auf Hühner
- 9,0 Millionen auf Truthühner
- 1,6 Millionen auf Enten
- weitere Tiere auf Gänse und sonstiges Geflügel.
Das Huhn ist damit mit großem Abstand das wichtigste Geflügel in Deutschland.
Hühner machen rund 93 Prozent des Geflügelbestands aus
Die Dominanz der Hühner ist enorm.
2023 stellten Legehennen und Masthühner zusammen rund 93 Prozent des deutschen Geflügelbestands. Mit etwa neun Millionen Tieren folgten Truthühner, während Enten mit rund 1,6 Millionen Tieren deutlich weniger zahlreich waren.
Deutschland hatte damit bereits 2023 einen Geflügelbestand, der die Zahl von Schweinen und Rindern um ein Vielfaches überstieg.
Das ist allerdings nur bedingt vergleichbar: Geflügel hat eine deutlich kürzere Lebensdauer in der landwirtschaftlichen Produktion. Die Bestandszahl zu einem bestimmten Stichtag sagt daher nicht unmittelbar aus, wie viele Tiere im gesamten Jahresverlauf gehalten oder geschlachtet werden.
45,2 Millionen Legehennen im Jahr 2025
Für Legehennen liegen aktuellere Daten vor.
2025 hielten 2.262 Betriebe in Deutschland durchschnittlich rund 45,2 Millionen Legehennen. Gleichzeitig gab es etwa 52,7 Millionen Haltungsplätze.
Die Haltungsformen veränderten sich ebenfalls.
2025 entfielen:
- 58,1 Prozent der Haltungsplätze auf Bodenhaltung,
- 24,3 Prozent auf Freilandhaltung,
- 14,1 Prozent auf ökologische Haltung,
- 3,5 Prozent auf Kleingruppenhaltung.
Damit hat die Freiland- und Biohaltung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.
Bio-Legehennen: 6,7 Millionen Tiere
Besonders interessant ist die Entwicklung bei der ökologischen Haltung.
2025 wurden durchschnittlich rund 6,7 Millionen Legehennen in ökologischer Haltung gehalten. Das waren 3,3 Prozent mehr als 2024. Gleichzeitig stieg die Bio-Eierproduktion auf rund 2,0 Milliarden Eier.
Der Anteil ökologisch gehaltener Hennen liegt damit deutlich über dem Anteil, den der Öko-Landbau an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands einnimmt.
Masthühner: Rund 88 Millionen Tiere in der Agrarstrukturerhebung
Auch bei den Masthühnern zeigt sich die Größenordnung der deutschen Geflügelwirtschaft.
2023 wurden im Rahmen der Agrarstrukturerhebung rund 88 Millionen Masthühner in etwa 3.700 Betrieben erfasst. Rund 80 Prozent der Masthühner standen dabei in Betrieben mit mehr als 50.000 Haltungsplätzen.
Die Hähnchenmast ist regional besonders stark auf Niedersachsen konzentriert. 2023 wurden dort mehr als 49 Millionen Masthühner gehalten – rund 56 Prozent des deutschen Bestands.
Putenhaltung: Rund 9 Millionen Truthühner
Bei den Truthühnern beziehungsweise Puten wurden 2023 rund 9 Millionen Tiere gezählt.
Auch hier dominiert Niedersachsen. Rund 37 Prozent der deutschen Mastputen wurden dort gehalten. Etwa 89 Prozent der Truthühner lebten in Beständen mit mehr als 10.000 Tieren.
Die Putenhaltung ist damit ebenfalls stark konzentriert und durch relativ große Produktionsstrukturen geprägt.
Die Tierhaltung wird strukturell größer
Ein Blick auf die Zahlen von Schweinen und Rindern zeigt einen gemeinsamen Trend: Die Zahl der Tierhaltungsbetriebe sinkt, während die durchschnittliche Zahl der Tiere je Betrieb steigt.
Bei den Schweinen ist dieser Trend besonders deutlich. Innerhalb von zehn Jahren sank die Zahl der schweinehaltenden Betriebe um 40 Prozent, während der durchschnittliche Bestand je Betrieb gleichzeitig auf etwa 1.400 Schweine stieg.
Auch bei Rindern ist die Zahl der Haltungen langfristig rückläufig. Die verbleibenden Betriebe bewirtschaften daher im Durchschnitt größere Tierbestände.
Diese Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels in der deutschen Landwirtschaft.
Tierbestände und Fleischproduktion sind nicht dasselbe
Bei der Interpretation der Statistiken sollte zwischen Tierbestand und Produktion unterschieden werden.
Der Bestand beschreibt, wie viele Tiere zu einem bestimmten Stichtag gehalten werden. Die Fleischproduktion erfasst dagegen die Tiere, die im Laufe eines Jahres geschlachtet werden beziehungsweise die daraus gewonnene Fleischmenge.
2025 wurden in Deutschland beispielsweise rund 48,5 Millionen Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen sowie rund 697,3 Millionen Hühner geschlachtet.
Die sehr viel höhere Zahl bei Hühnern hängt mit ihrer kurzen Produktionsdauer zusammen. Ein einzelnes Tier wird nicht über mehrere Jahre im Bestand gehalten, wie es bei einer Milchkuh der Fall sein kann.
Nutztiere in Deutschland 2026: Die wichtigsten Trends
Aus den aktuellen Statistiken lassen sich mehrere Entwicklungen ableiten:
1. Schweinebestand stabilisiert sich kurzfristig
Mit rund 21,0 Millionen Tieren lag der Schweinebestand im Mai 2026 leicht über dem Vorjahreswert. Langfristig bleibt der Bestand jedoch deutlich niedriger als noch vor zehn Jahren.
2. Rinderbestand bleibt nahezu konstant
Die Zahl der Rinder lag im Mai 2026 bei rund 10,4 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr gab es kaum Veränderung. Im Zehnjahresvergleich beträgt der Rückgang dagegen 17,6 Prozent.
3. Geflügel dominiert zahlenmäßig
Mit mehr als 167 Millionen Tieren laut letzter umfassender Bestandserhebung ist Geflügel zahlenmäßig mit großem Abstand die wichtigste Nutztiergruppe Deutschlands.
4. Betriebe werden größer
Insbesondere bei Schweinen zeigt sich eine deutliche Konzentration der Tierhaltung auf weniger, dafür größere Betriebe.
5. Bio- und Freilandhaltung gewinnen bei Legehennen an Bedeutung
2025 waren 24,3 Prozent der Haltungsplätze für Legehennen der Freilandhaltung und 14,1 Prozent der ökologischen Haltung zugeordnet.
Fazit: Deutschland hält weiterhin Millionen Nutztiere – aber die Struktur verändert sich
Die aktuellen Nutztierschätzungen für 2026 zeigen eine deutsche Landwirtschaft im Wandel.
Bei Schweinen wurden im Mai 2026 rund 21,0 Millionen Tiere gezählt. Der Bestand liegt damit zwar leicht über dem Vorjahreswert, aber deutlich unter dem Niveau von vor zehn Jahren. Gleichzeitig gibt es immer weniger schweinehaltende Betriebe.
Bei Rindern wurden etwa 10,4 Millionen Tiere erfasst, darunter rund 3,6 Millionen Milchkühe. Kurzfristig ist der Bestand stabil, langfristig setzt sich der Rückgang jedoch fort.
Beim Geflügel liegt die aktuellste umfassende Bestandszahl aus der Agrarstrukturerhebung 2023 bei mehr als 167 Millionen Tieren. Hühner machen mit rund 156 Millionen Tieren den überwältigenden Großteil aus. Für Legehennen liegen bereits aktuellere Jahresdurchschnittsdaten vor: 2025 wurden rund 45,2 Millionen Tiere gehalten.
Die wichtigste Entwicklung ist damit weniger eine kurzfristige Veränderung der Gesamtzahl als der Strukturwandel der Nutztierhaltung: weniger Tierhaltungsbetriebe, größere Bestände je Betrieb und eine zunehmende Bedeutung verschiedener Haltungsformen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Statistisches Bundesamt: Tiere und tierische Erzeugung – Aktuelle Daten zu Tierbeständen und tierischer Produktion.
- Destatis: Schweinebestand und Schweinehaltung im Mai 2026 – Aktuelle Zahlen zu Bestand, Betrieben und Betriebsgrößen.
- Destatis: Rinderbestand im Mai 2026 – Aktuelle Zahlen zu Rindern und Milchkühen.
- BMEL-Statistik: Schweinehaltung – Regionale Verteilung und Zeitreihen zum Schweinebestand.
- BMEL-Statistik: Geflügelhaltung – Zahlen zu Hühnern, Legehennen, Masthühnern und Truthühnern sowie Informationen zur Erhebungsmethodik.
- Destatis: Eierproduktion 2025 – Aktuelle Zahlen zu Legehennen und verschiedenen Haltungsformen.