Öko-Landbau in Deutschland in Zahlen 2026: Wie viel Prozent der Flächen werden bio bewirtschaftet?

Öko-Landbau in Deutschland in Zahlen 2026 Wie viel Prozent der Flächen werden bio bewirtschaftet

Wie groß ist der Anteil der Bio-Landwirtschaft in Deutschland im Jahr 2026? Die aktuellen Zahlen zeigen: Der Öko-Landbau wächst weiter, allerdings deutlich langsamer als für das politische Ziel von 30 Prozent Öko-Fläche bis 2030 notwendig wäre.

Nach den aktuellen Angaben für das Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 1,93 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das entspricht etwa 11,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Rund 35.470 landwirtschaftliche Betriebe wirtschafteten ökologisch.

Damit ist ungefähr jede neunte landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland Bio-Fläche.

11,7 Prozent der Landwirtschaftsfläche sind bio

Die zentrale Kennzahl für den Öko-Landbau lautet 2026: 11,7 Prozent.

2025 wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche auf rund 1,93 Millionen Hektar. Gegenüber 2024 entsprach das einem Zuwachs von rund 21.100 Hektar beziehungsweise 1,1 Prozent. Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wurden damit rechnerisch durchschnittlich etwa 80 Fußballfelder pro Tag zusätzlich auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt.

Zum Vergleich: 2024 lag der vom damaligen Bundesministerium verwendete Anteil bei 11,5 Prozent beziehungsweise rund 1,91 Millionen Hektar.

Die Entwicklung lässt sich damit grob zusammenfassen:

Jahr Ökologisch bewirtschaftete Fläche Anteil an der Landwirtschaftsfläche
2010 knapp 1,0 Mio. ha rund 5,9 %
2024 rund 1,91 Mio. ha 11,5 %
2025 rund 1,93 Mio. ha 11,7 %

Die langfristige Entwicklung ist durchaus beachtlich: Seit 2010 hat sich die Öko-Fläche nahezu verdoppelt.

Wie viele Bio-Betriebe gibt es in Deutschland?

2025 wirtschafteten rund 35.470 landwirtschaftliche Betriebe ökologisch. Das entspricht etwa 14 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe.

Interessant ist der Vergleich zwischen Betrieben und Fläche: Während rund 14 Prozent der Betriebe ökologisch wirtschaften, liegt der Flächenanteil bei 11,7 Prozent.

Das zeigt, dass Bio-Betriebe im Durchschnitt nicht zwingend größer sind als konventionelle Betriebe. Gleichzeitig verändert sich die Struktur des Öko-Sektors. Laut BÖLW kamen 2025 weniger neue Bio-Höfe hinzu, als Betriebe beispielsweise aufgrund fehlender Hofnachfolge aufgaben. Die bestehende Bio-Fläche wuchs deshalb unter anderem dadurch, dass bestehende Betriebe ihre Flächen erweiterten.

Warum gibt es unterschiedliche Prozentangaben?

Wer sich mit den Statistiken zum Öko-Landbau beschäftigt, kann auf unterschiedliche Werte stoßen. Das liegt vor allem an den verwendeten Datenquellen und Erfassungsmethoden.

Für 2024 weist das Bundesministerium beispielsweise 1,913 Millionen Hektar beziehungsweise 11,5 Prozent aus. Das Statistische Bundesamt kam dagegen auf rund 1,85 Millionen Hektar beziehungsweise 11,2 Prozent.

Der Grund: Die Statistiken erfassen die Betriebe teilweise nach unterschiedlichen Kriterien.

Die bisher vom Landwirtschaftsministerium verwendeten Öko-Daten berücksichtigen auch kleinere Betriebe. Die Agrarstatistik des Statistischen Bundesamtes arbeitet dagegen mit bestimmten Erfassungsgrenzen.

Neue Statistikmethodik ab 2026

Für die Betrachtung des Jahres 2026 ist deshalb eine wichtige methodische Änderung zu beachten.

Ab 2026 sollen für die Strukturdaten zum Öko-Landbau nur noch die vom Statistischen Bundesamt erhobenen Daten verwendet werden. Dadurch können die ausgewiesenen Zahlen zunächst etwas niedriger ausfallen, weil kleinere Betriebe unterhalb bestimmter Erfassungsgrenzen nicht berücksichtigt werden.

Das bedeutet: Wenn künftig der Anteil der Bio-Flächen scheinbar leicht zurückgeht oder sich die Zahl der Öko-Betriebe verändert, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass tatsächlich Flächen aus dem Öko-Landbau verschwunden sind.

Ein Teil der Veränderung kann schlicht auf die Umstellung der statistischen Erfassung zurückzuführen sein.

Für Zeitreihen ab 2026 ist daher besondere Vorsicht bei direkten Vergleichen mit älteren Zahlen angebracht.

Deutschland ist noch weit vom 30-Prozent-Ziel entfernt

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil des Öko-Landbaus bis 2030 auf 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu erhöhen.

Mit aktuell rund 11,7 Prozent ist Deutschland davon noch weit entfernt.

Rechnerisch müsste sich der Flächenanteil von heute bis 2030 mehr als verdoppeln.

Das verdeutlicht die Herausforderung: Der Öko-Landbau wächst zwar, aber das derzeitige Wachstumstempo reicht nicht aus, wenn das 30-Prozent-Ziel tatsächlich erreicht werden soll.

Wie viel Bio-Fläche gibt es auf deutschen Äckern?

Die rund 1,9 Millionen Hektar Öko-Fläche verteilen sich auf verschiedene Nutzungsformen.

2025 entfielen rund 875.700 Hektar auf ökologisch bewirtschaftetes Ackerland. Damit machte Ackerland einen erheblichen Teil der deutschen Bio-Fläche aus.

Etwas mehr als die Hälfte der ökologisch bewirtschafteten Fläche bestand dagegen aus Dauergrünland. Dazu gehören beispielsweise Wiesen und Weiden.

Das ist wichtig für die Einordnung der Statistik: Bio-Landwirtschaft bedeutet nicht ausschließlich ökologischen Getreide-, Gemüse- oder Kartoffelanbau. Ein großer Teil der Bio-Fläche wird als Grünland genutzt.

Welche Kulturen werden ökologisch angebaut?

Beim ökologischen Ackerbau spielt Getreide eine wichtige Rolle.

2025 wurde auf fast der Hälfte des ökologisch bewirtschafteten Ackerlands Getreide zur Körnergewinnung angebaut. Weizen war dabei die wichtigste Getreideart und machte rund 38 Prozent der ökologischen Getreidefläche aus. Es folgten unter anderem Hafer, Roggen und Gerste.

Etwa ein Drittel der Bio-Ackerfläche entfiel auf Pflanzen zur Grünernte. Dazu zählen insbesondere Leguminosen, die auch für die Bodenfruchtbarkeit und den Stickstoffhaushalt im Öko-Landbau eine wichtige Rolle spielen.

Bio-Gemüse: Fast 16 Prozent der Gemüsefläche

Besonders interessant ist der Anteil des Öko-Landbaus beim Gemüse.

2025 bauten vollständig ökologisch wirtschaftende Betriebe auf rund 20.590 Hektar Gemüse an. Das entsprach fast 16 Prozent der gesamten Gemüseanbaufläche in Deutschland.

Die wichtigste Kultur war dabei Möhren beziehungsweise Karotten. Sie wurden auf rund 3.340 Hektar angebaut.

Auch bei der Erntemenge ist Bio-Gemüse relevant: 2025 wurden in Deutschland rund 596.610 Tonnen ökologisch erzeugtes Gemüse geerntet. Das entsprach etwa 13 Prozent der gesamten deutschen Gemüseernte.

Bei einzelnen Kulturen liegen die Bio-Anteile sogar deutlich höher. So stammten beispielsweise rund 49 Prozent der deutschen Rote-Bete-Ernte aus ökologischem Anbau. Bei Speisekürbissen waren es rund 36 Prozent und bei Zucchini etwa 35 Prozent.

Bio-Obst gewinnt ebenfalls an Bedeutung

Auch im Obstbau spielt der Öko-Landbau eine wichtige Rolle.

2025 wurden beispielsweise rund 173.760 Tonnen Bio-Äpfel in vollständig ökologisch wirtschaftenden Betrieben geerntet. Die Anbaufläche lag bei rund 7.780 Hektar.

Bei Erdbeeren wurden 2025 rund 2.520 Tonnen ökologisch erzeugt. Bei Strauchbeeren waren es knapp 5.970 Tonnen.

Damit ist Bio längst nicht mehr nur eine Nische im deutschen Obst- und Gemüsebau.

Wie entwickelt sich die Bio-Fläche langfristig?

Der langfristige Trend ist eindeutig: Die Bio-Fläche ist seit 2010 stark gewachsen.

Allerdings hat sich das Wachstum in den vergangenen Jahren verlangsamt. 2025 betrug der Flächenzuwachs gegenüber dem Vorjahr nur rund 1,1 Prozent.

Für die Zukunft wird daher entscheidend sein, ob es gelingt, mehr konventionelle Betriebe für eine Umstellung zu gewinnen und gleichzeitig bestehende Bio-Betriebe wirtschaftlich zu stabilisieren.

Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Preise für Bio-Produkte
  • Nachfrage der Verbraucher
  • Förderprogramme
  • Produktionskosten
  • verfügbare Arbeitskräfte
  • Pacht- und Bodenpreise
  • langfristige Abnahmeverträge
  • Hofnachfolge
  • politische Rahmenbedingungen

Ein entscheidender Punkt ist die wirtschaftliche Planungssicherheit. Eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft ist keine kurzfristige Entscheidung, sondern verändert Produktionssysteme, Vermarktung und teilweise auch die gesamte Betriebsstruktur.

Deutschland ist Europas wichtigster Bio-Markt

Der Öko-Landbau muss außerdem zusammen mit dem Bio-Lebensmittelmarkt betrachtet werden.

Deutschland ist einer der bedeutendsten Bio-Märkte Europas. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden 2024 in Deutschland Bio-Produkte im Wert von knapp 17 Milliarden Euro umgesetzt. Gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln weiterhin teilweise das heimische Angebot.

Das bedeutet: Ein steigender Bio-Konsum führt nicht automatisch dazu, dass alle zusätzlichen Produkte aus deutscher Landwirtschaft stammen.

Ein Teil der Nachfrage wird durch Importe gedeckt.

Damit stehen sich zwei Entwicklungen gegenüber: Einerseits wächst der heimische Öko-Landbau, andererseits bleibt Deutschland auf internationale Lieferketten angewiesen, wenn Verbraucher ganzjährig ein breites Bio-Sortiment erwarten.

Bio-Anteil 2026: Die wichtigsten Zahlen

Die wichtigsten Kennzahlen lassen sich für 2026 beziehungsweise das aktuell verfügbare Datenjahr 2025 so zusammenfassen:

Kennzahl Wert
Öko-Fläche 2025 ca. 1,93 Mio. ha
Anteil an der Landwirtschaftsfläche ca. 11,7 %
Bio-Betriebe ca. 35.470
Anteil der Bio-Betriebe ca. 14 %
Öko-Ackerland ca. 875.700 ha
Ökologischer Gemüseanbau ca. 20.590 ha
Anteil Bio an Gemüsefläche knapp 16 %
Bio-Gemüseernte ca. 596.610 t
Politisches Ziel für 2030 30 %

Die Flächen- und Betriebsdaten für 2025 stammen insbesondere aus den aktuellen Angaben von BMLEH/BMEL-Statistik und BÖLW.

Reicht das aktuelle Wachstum für 30 Prozent bis 2030?

Nach aktuellem Stand eher nicht.

Bei rund 11,7 Prozent Bio-Flächenanteil im Jahr 2025 müsste Deutschland innerhalb weniger Jahre einen erheblichen zusätzlichen Flächenanteil gewinnen, um das 30-Prozent-Ziel zu erreichen.

Die Herausforderung besteht dabei nicht allein darin, neue Flächen umzustellen. Gleichzeitig müssen ausreichend Bio-Produkte vermarktet werden können und die Betriebe wirtschaftlich stabil bleiben.

Auch die sinkende Zahl landwirtschaftlicher Betriebe ist relevant. Wenn Bio-Betriebe ohne Nachfolger aufgeben, kann die Bio-Fläche trotz zusätzlicher Umstellungen insgesamt nur langsam wachsen.

Fazit: Rund jede neunte Landwirtschaftsfläche ist 2026 bio

Der Öko-Landbau hat sich in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren deutlich vergrößert. 2025 wurden rund 1,93 Millionen Hektar beziehungsweise 11,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet.

Damit ist Bio in Deutschland längst ein bedeutender Teil der Landwirtschaft. Besonders bei Gemüse und bestimmten Obstkulturen sind die ökologischen Anteile teilweise deutlich höher als der Durchschnitt.

Gleichzeitig bleibt das Wachstumstempo die zentrale Frage. Bis zum politischen Ziel von 30 Prozent Bio-Fläche im Jahr 2030 ist es noch ein weiter Weg.

Für 2026 kommt zusätzlich die geänderte statistische Erfassung hinzu. Dadurch werden künftige Zahlen nicht in jedem Fall direkt mit den bisherigen Zeitreihen vergleichbar sein.

Unterm Strich lautet die wichtigste Zahl für den Öko-Landbau 2026 daher: 11,7 Prozent. Rund jede neunte landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland wird inzwischen ökologisch bewirtschaftet.

Quellen und weiterführende Informationen

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