Obstbau-Statistik Deutschland 2026: Erntemengen von Äpfeln, Erdbeeren und Kirschen im Überblick

Obstbau-Statistik Deutschland 2026 Erntemengen von Äpfeln, Erdbeeren und Kirschen im Überblick

Äpfel, Erdbeeren und Kirschen gehören zu den wichtigsten in Deutschland angebauten Obstsorten. Doch wie groß ist die heimische Ernte tatsächlich? Und wie entwickelt sich der deutsche Obstbau im Jahr 2026?

Die aktuellen Statistiken zeigen ein gemischtes Bild: Die Apfelernte 2025 war außergewöhnlich stark, bei Erdbeeren zeichnet sich 2026 dagegen im Freiland ein deutlicher Rückgang ab. Bei Kirschen wird wiederum eine überdurchschnittliche Ernte erwartet.

Deutschland erntet rund 1,5 Millionen Tonnen Obst

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt rund 1,5 Millionen Tonnen Obst geerntet. Äpfel machten dabei mit großem Abstand den größten Anteil aus. Auf sie entfielen gut drei Viertel der gesamten Obsternte. Erdbeeren folgten mit einem Anteil von 8,8 Prozent.

Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt positiv aus: Die gesamte deutsche Obsternte lag 2025 rund 26 Prozent über dem Ergebnis von 2024. Ausschlaggebend waren unter anderem bessere Witterungsbedingungen in vielen Anbaugebieten.

Für 2026 liegen je nach Obstart bereits erste Schätzungen vor. Dabei zeigt sich, dass Wetter, Anbauflächen und Produktionskosten zunehmend Einfluss auf die Erntemengen haben.

Apfelernte 2025: 1,138 Millionen Tonnen

Der Apfel ist mit Abstand das wichtigste Baumobst in Deutschland.

2025 wurden hierzulande rund 1.138.000 Tonnen Äpfel geerntet. Damit lag die Erntemenge:

  • 30,5 Prozent über dem schwachen Vorjahr
  • 17,2 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre
  • auf dem zweithöchsten Niveau der vergangenen zehn Jahre

Nur 2018 wurde innerhalb des Vergleichszeitraums mit rund 1,199 Millionen Tonnen noch mehr geerntet.

Die Apfelanbaufläche lag 2025 bei rund 32.700 Hektar. Daraus ergab sich ein durchschnittlicher Ertrag von etwa 34,8 Tonnen je Hektar.

Wo werden die meisten Äpfel angebaut?

Besonders wichtig sind Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg.

2025 entfielen auf:

Bundesland Apfelernte 2025
Niedersachsen ca. 374.000 t
Baden-Württemberg ca. 387.000 t
Hamburg ca. 65.400 t

Zusammen kamen diese drei Länder auf rund 72,6 Prozent der deutschen Apfelernte.

Eine herausragende Rolle spielt insbesondere das Alte Land im Raum Niedersachsen und Hamburg. Dort wurde 2025 eine Rekordmenge erzielt.

Was ist 2026 bei Äpfeln zu erwarten?

Für das gesamte Deutschland liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch keine abschließende Apfelernte 2026 vor. Bei Äpfeln erfolgen die endgültigen Ernteschätzungen beziehungsweise Ergebnisse später im Jahr.

Erste regionale Prognosen zeigen allerdings, wie stark die Ernte von den Wetterbedingungen abhängt. In Brandenburg wird beispielsweise für 2026 eine Apfelernte von rund 22.800 Tonnen erwartet – deutlich mehr als die 16.600 Tonnen des Vorjahres. Gleichzeitig berichten einzelne Betriebe über Frost- und Hitzeschäden.

Damit gilt auch 2026: Eine gute Durchschnittsprognose bedeutet nicht automatisch, dass jeder Obstbaubetrieb eine gute Ernte einfährt.

Erdbeeren: 2026 droht eine schwache Freilandernte

Bei Erdbeeren sieht die Situation deutlich schwieriger aus.

Nach der aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes werden 2026 im Freiland voraussichtlich 71.300 Tonnen Erdbeeren geerntet. Das wären:

  • 11,3 Prozent weniger als 2025,
  • 24,5 Prozent weniger als der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025,
  • und die niedrigste Freilandernte seit 1995.

Zum Vergleich: 2025 wurden im Freiland noch rund 80.400 Tonnen Erdbeeren geerntet.

Erdbeerflächen werden kleiner

Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist die sinkende Anbaufläche.

2026 wird die ertragsfähige Freilandfläche voraussichtlich nur noch rund 7.830 Hektar umfassen. Gegenüber 2025 entspricht das einem Rückgang von 2,9 Prozent. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 liegt die Fläche sogar 18,5 Prozent niedriger.

Der langfristige Trend ist noch deutlicher: Die ertragsfähigen Freilandflächen für Erdbeeren sind seit 2013 nahezu kontinuierlich zurückgegangen.

Steigende Produktionskosten und die Entwicklung der Verkaufspreise spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Nachfrage und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften.

Niedersachsen bleibt wichtigstes Erdbeerland

Auch 2026 liegt Niedersachsen bei der Freiland-Erdbeerproduktion voraussichtlich an der Spitze.

Die aktuellen Schätzungen gehen von folgenden Erntemengen aus:

Bundesland Erdbeerernte 2026, Freiland
Niedersachsen ca. 18.100 t
Nordrhein-Westfalen ca. 14.600 t
Baden-Württemberg ca. 13.500 t

Deutschlandweit werden damit rund 71.300 Tonnen erwartet.

Dabei sind die regionalen Unterschiede erheblich. Während Niedersachsen voraussichtlich 18 Prozent weniger erntet als 2025, wird für Baden-Württemberg ein Anstieg um 6,8 Prozent erwartet.

Geschützter Erdbeeranbau gewinnt an Bedeutung

Die Statistik zeigt gleichzeitig eine strukturelle Veränderung im Erdbeeranbau.

Während die Freilandflächen zurückgehen, wird der Anbau unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen und in Gewächshäusern wichtiger. 2025 wurden dort rund 48.030 Tonnen Erdbeeren geerntet. Der Ertrag lag bei etwa 23 Tonnen je Hektar und damit mehr als doppelt so hoch wie im Freiland.

Das macht geschützte Anbausysteme für viele Betriebe wirtschaftlich interessant. Gleichzeitig können sie die Erntesaison verlängern und die Pflanzen besser vor bestimmten Witterungseinflüssen schützen.

Wichtig: Die aktuelle Destatis-Schätzung für 2026 mit 71.300 Tonnen bezieht sich ausdrücklich auf Freiland-Erdbeeren. Die endgültigen Ergebnisse einschließlich geschütztem Anbau werden erst später veröffentlicht.

Kirschen: 2026 wird eine gute Ernte erwartet

Bei Kirschen ist die Entwicklung positiver.

Nach ersten Schätzungen wird für Deutschland 2026 eine Erntemenge von rund 51.100 Tonnen Kirschen erwartet. Das wären:

  • rund 8,5 Prozent mehr als 2025,
  • rund 13,5 Prozent mehr als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Damit könnte die deutsche Kirschenernte 2026 erneut überdurchschnittlich ausfallen.

Zum Vergleich: 2025 wurden rund 47.100 Tonnen Kirschen geerntet. Davon entfielen etwa 37.300 Tonnen auf Süßkirschen und 9.800 Tonnen auf Sauerkirschen.

Süßkirschen dominieren den deutschen Kirschanbau

Süßkirschen machen den überwiegenden Teil der deutschen Kirschproduktion aus.

2025 entfielen rund 79 Prozent der Kirschenernte auf Süßkirschen. Die restlichen 21 Prozent entfielen auf Sauerkirschen.

Ein wichtiges Anbaugebiet ist Baden-Württemberg. Bereits 2025 wurden dort rund 18.900 Tonnen Süßkirschen erwartet beziehungsweise später insgesamt eine deutlich bessere Ernte erzielt. Weitere wichtige Regionen sind Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.

Die wichtigsten Obstbau-Zahlen 2026 im Überblick

Obstart Aktuellste Erntemenge Einordnung
Äpfel 1.138.000 t (2025) zweithöchste Ernte der vergangenen zehn Jahre
Erdbeeren, Freiland 71.300 t (2026, Schätzung) niedrigster Wert seit 1995 erwartet
Kirschen gesamt 51.100 t (2026, Schätzung) rund 8,5 % über 2025 erwartet
Süßkirschen 37.300 t (2025) rund 79 % der Kirschenernte
Sauerkirschen 9.800 t (2025) deutlich kleinerer Produktionsanteil
Strauchbeeren 45.747 t (2025) Rekordergebnis seit Beginn der Erhebung

Die Angaben stammen aus den aktuellen Veröffentlichungen von Destatis und BMEL. Bei den 2026er Werten handelt es sich teilweise um vorläufige Schätzungen und nicht um endgültige Ernteergebnisse.

Auch Strauchbeeren legen zu

Neben Äpfeln, Erdbeeren und Kirschen sind Strauchbeeren ein wachsender Bereich des deutschen Obstbaus.

2025 wurden in Deutschland insgesamt rund 45.747 Tonnen Strauchbeeren geerntet. Das waren 23,5 Prozent mehr als 2024 und zugleich die höchste Erntemenge seit Beginn der entsprechenden Erhebung im Jahr 2012.

Besonders wichtig sind Kulturheidelbeeren. 2025 wurden davon rund 17.300 Tonnen geerntet. Damit waren sie die mengenmäßig bedeutendste Strauchbeerenart Deutschlands.

Bio-Obst spielt ebenfalls eine Rolle

Auch im ökologischen Obstbau sind Äpfel die mit Abstand wichtigste Baumobstart.

2025 wurden auf vollständig ökologisch bewirtschafteten Flächen rund 173.760 Tonnen Äpfel erzeugt. Die ökologische Apfelfläche betrug dabei etwa 7.780 Hektar.

Bei Süß- und Sauerkirschen lag die ökologische Erntemenge bei rund 1.695 Tonnen. Bei Erdbeeren wurden 2025 rund 2.520 Tonnen ökologisch erzeugt.

Was bedeuten die Zahlen für Verbraucher?

Die Obstbau-Statistik macht deutlich, dass das Angebot im Supermarkt nicht allein von der deutschen Ernte abhängt.

Bei Äpfeln kann Deutschland eine erhebliche Menge selbst produzieren. Die Rekord- beziehungsweise überdurchschnittlichen Ernten 2025 zeigen, dass der deutsche Apfelanbau unter günstigen Bedingungen sehr leistungsfähig ist.

Bei Erdbeeren ist die Situation komplizierter. Die schrumpfenden Freilandflächen und steigenden Produktionskosten können dazu führen, dass ein größerer Anteil des Angebots aus anderen Ländern stammt.

Kirschen wiederum profitieren 2026 voraussichtlich von einer guten Erntesituation. Allerdings reagieren auch Kirschbäume empfindlich auf Spätfröste, starke Niederschläge, Hitze und andere Wetterextreme.

Klimawandel wird zum entscheidenden Faktor

Für den deutschen Obstbau wird das Wetter immer wichtiger. Ein milder Frühling kann eine gute Blüte ermöglichen, während Spätfröste die Ernte innerhalb weniger Nächte erheblich reduzieren können.

Auch Hitze und Trockenheit können die Qualität und Größe der Früchte beeinflussen. Bei Erdbeeren kommt hinzu, dass extreme Hitze die Erntesaison verkürzen kann.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt daher, dass Erntemengen nicht linear steigen oder fallen. Gute Jahre können von schwachen Erntejahren abgelöst werden.

Fazit: Äpfel bleiben Deutschlands Obst Nummer eins

Die Obstbau-Statistik 2026 zeigt drei sehr unterschiedliche Entwicklungen.

Äpfel dominieren den deutschen Obstbau weiterhin deutlich. Mit 1,138 Millionen Tonnen war die Ernte 2025 außergewöhnlich hoch und die zweitbeste der vergangenen zehn Jahre.

Erdbeeren stehen dagegen unter Druck. Für 2026 wird im Freiland mit nur 71.300 Tonnen gerechnet – dem niedrigsten Wert seit 1995. Der langfristige Rückgang der Anbauflächen ist dabei ein zentraler Faktor.

Kirschen entwickeln sich hingegen positiv: Für 2026 werden rund 51.100 Tonnen erwartet, womit die Ernte über dem bereits guten Vorjahresniveau liegen könnte.

Insgesamt bleibt der deutsche Obstbau damit leistungsfähig, aber zunehmend abhängig von Wetter, Produktionskosten, verfügbaren Arbeitskräften und der wirtschaftlichen Attraktivität des Anbaus.

Quellen und weiterführende Informationen

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